Ein Soldat starb bei Sojus-Explosion
- Österreichische Experimente betroffen

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Was die Raumfahrt uns allen bringt
Die russische Raumfahrt hat durch die Explosion einer unbemannten Sojus-Trägerrakete einen Rückschlag erlitten. Die Rakete stürzte direkt nach dem Start vom nordrussischen Militär-Weltraumbahnhof Plessezk am Dienstagabend in einen Wald, wobei ein Soldat getötet und acht verletzt wurden, meldeten russische Agenturen.
Die Rakete sollte einen Forschungssatelliten ins All bringen, in dem auch Experimente österreichischer Wissenschafter waren. Der für Donnerstag geplante Start des europäischen Weltraumteleskops "Integral" an Bord einer russischen Proton-Rakete sei durch den Fehlschlag nicht gefährdet, sagte ein Vertreter des Satelliten-Kontrollzentrums ESOC der Europäischen Weltraumagentur ESA auf Anfrage der APA.
426 Starts und zehn Fehlschläge
Die 400 Tonnen schweren Sojus-Raketen werden in der russischen Raumfahrt auch für bemannte Flüge und Frachtflüge zur Internationalen Raumstation ISS eingesetzt. Ende Oktober soll ein belgischer ESA-Astronaut zur ISS fliegen, ob dieser Transport nun stattfindet, ist noch offen. Bei bisher 426 Starts habe es zehn Fehlschläge gegeben, meldete die Internetzeitung "Gazeta.ru".
Antriebsaggregat hat versagt
Nach ersten Expertenangaben versagte bei der Sojus-U 20 Sekunden nach dem Zünden der Triebwerke ein Antriebsaggregat der ersten Stufe, das sich abspaltete. Die restliche Rakete hob ab und fiel einen Kilometer vom Startplatz entfernt in den Wald. Mit der Rakete ging das sechs Tonnen schwere Weltraumlabor Foton-M verloren, das in Zusammenarbeit der ESA mit der russischen Weltraumbehörde Rosawiakosmos und anderen Partnern entwickelt worden war.
An Bord der Foton-Kapsel, die nach rund zwei Wochen wieder zur Erde zurückkehren hätte sollen, waren 44 von der ESA unterstützte Experimente, die ein weites Feld wissenschaftlicher Disziplinen abdeckten. Mindestens zwei davon wurden nach Angaben der Austrian Space Agency (ASA) von österreichischen Wissenschaftern entwickelt. Norbert Vana vom Atominstitut der österreichischen Universitäten hat Dosimetrie-Experimente zur Messung der Strahlenbelastung im All an Bord gehabt. Und Gero Kurat, Direktor der Mineralogisch-Petrographischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien, wollte mit Hilfe des Satelliten untersuchen, was mit Meteoriten passiert, wenn sie die Erdatmosphäre durchqueren. Beide Forscher waren vorerst für Stellungnahmen nicht erreichbar.
Das ESA-Weltraumteleskop "Integral" soll am Donnerstag um 6.41 Uhr MESZ mit der russischen Trägerrakete Proton-K vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan starten.
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