Schuldspruch für "Waffennarren" mit Handgranate
- Zwölf Monate Haft, davon vier unbedingt

Mit einem Schuldspruch wegen gefährlicher Drohung, versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und Verstoßes gegen das Waffengesetz endete am Mittwochabend beim Landesgericht Linz der Prozess gegen einen 52-jährigen Frührentner aus Traun, der vor neun Tagen zwei Gendarmen in seiner Wohnung mit einer entsicherten Handgranate "empfangen" hatte. Der Mann wurde - noch nicht rechtskräftig - zu zwölf Monaten Haft verurteilt, davon vier Monate unbedingt.
"Wenn ich will, schnalzt es jetzt", hatte der Mann den Beamten zugerufen. Auch versuchte er, einem der Gendarmen die entsicherte Handgranate zu übergeben. Durch Zureden gelang es den Beamten, den Mann dazu zu bewegen, die Handgranate wieder zu sichern. Dann ließ er sich widerstandlos festnehmen. In der Folge fand man in der Wohnung und im Keller des Rentners ein Waffenarsenal und zahlreiche nationalsozialistische Schriften. Wegen dieser beiden Punkte laufen die Voruntersuchungen noch, am Mittwoch wurde nur die Causa mit der Handgranate verhandelt.
Der Angeklagte gab zwar den Vorfall zu, er habe aber die Beamten weder bedrohen noch habe er Widerstand leisten wollen. Der Verteidiger sprach von einer "Verzweiflungstat" seines Mandanten, der ein "extremer Waffenliebhaber" sei und befürchtet habe, dass man ihm die Handgranate wegnehmen würde. Der Renter sagte auch noch, er habe "wissen wollen, wie die Gendarmen auf die entsicherte Handgranate reagieren". Zur Herkunft der Waffe erklärte der Angeklagte, er habe sie in Linz "von einem Jugoslawen gekauft, aber dessen Namen habe ich vergessen".
Der Angeklagte nahm sich Bedenkzeit, das Urteil ist damit noch nicht rechtskräftig.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien10:53
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
