Spektakulärer Schlag gegen Schlepper-Kriminalität
Erfolgreicher Schlag gegen die Schlepper-Mafia! Unter dem Codenamen "Turban II" lief die gemeinsame Aktion Österreichs, Deutschlands, der Slowakei und Ungarns. Mit Erfolg - und 47 Festnahmen! Diesmal gingen den Fahnder auch Bosse ins Netz.
Unter dem Schlagwort "Turban II" wurden von Mitte Juli an einschließlich einer Schwerpunkt-Aktion vom Montag insgesamt 47 mutmaßliche Schlepper ausgeforscht. Erstmals war es möglich, auch an hochrangige Schlepper-Bosse heranzukommen. Bei zahlreichen Hausdurchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
"Durch diese Aktion auf internationaler Ebene war es möglich, nahezu zeitgleich in allen vier Ländern Schlepper bis hin zur höchsten Ebene festzunehmen", berichtete Burgenlands Sicherheitsdirektor. Man sei auch an Schlepper-Bosse herangekommen, die sich "sonst dezent abschotten". So sitzen in der Slowakei seit Montag zwei hochrangige Vertreter der Schleuser-Mafia im Gefängnis; sie werden nach Österreich ausgeliefert.
Österreich: 16 Männer gefasst
16 Festnahmen - Armenier, Afghanen, ein Iraner, ein Russe und zwei Österreicher, von denen einer aus dem Irak stammt - gab es am Montag allein in Österreich (acht in Niederösterreich, fünf in Wien, zwei in der Steiermark sowie eine in Kärnten). In Ungarn schnappten die Sicherheitsbehörden einen Schlepperverdächtigen aus Afghanistan. In Deutschland wurden vier Verdächtige festgenommen und vier weitere vorläufig verhaftet.
Die übrigen Festnahmen erfolgten seit 12. Juli in mehreren Etappen. "Wir mussten Schlepper aus dem Verkehr ziehen, weil sie dabei waren, sich aus Österreich abzusetzen", begründete Aminger die Zugriffe im Vorfeld der Schwerpunktaktion.
Tausende Menschen illegal in die EU geschleust
Die Tatverdächtigen dürften tausende Menschen gegen teures Geld in den EU-Raum geschleust haben. Bei Hausdurchsuchungen wurden zum Teil enorme Beträge in Euro und Dollar sichergestellt, aber auch Vermögenswerte, wie ein Mercedes Coupe, schilderte Josef Niemann von Polizeipräsidium Oberbayern. Zwei afghanische Asylwerber, die im Raum Frankfurt lebten, werden verdächtigt, Drahtzieher der Geldwäsche-Aktivitäten der Organisierten Kriminalität sein.
Niemann erläuterte auch, wie diese Geldwäsche funktioniert. Das Zauberwort heißt "Hawala Banking", das System basiert auf Vertrauen (Arabisch: Hawala). Unter Umgehung rechtsstaatlicher Bedingungen, zu einem Bruchteil der Gebühren, die etablierte Banken verlangen und mit enormer Geschwindigkeit werden Schleusergelder von Deutschland oder Österreich z. B. nach Pakistan transferiert. "Man bringt das Geld zu einem Hawala-Agenten. Der teilt seinem Partner im jeweiligen Land mit, wem was auszuzahlen ist. Das läuft mit Codezahlen und Codewörtern."
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