Dienstag, 15. Oktober 2002

Klagenfurter SP-Mann laut Polizei Alkofahrer

  • Pansi bestreitet, Alkotest verweigert zu haben

Wieder ist ein bekannter Kärntner Politiker in eine Alkoholaffäre verwickelt. Wie die Polizei am Dienstag bestätigte, wurde der SP-Fraktionssprecher im Landesschulrat, Klagenfurter Gemeinderat und Lehrer-Personalvertreter Hermann Pansi am Wochenende in der Landeshauptstadt als mutmaßlicher Alkolenker angetroffen. Pansi bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Im Sommer dieses Jahres war SPÖ-Nationalrat Anton Leikam nach einem Verkehrsunfall mit Sachbeschädigung als Alkofahrer ertappt worden und in der Folge zurückgetreten. Kurze Zeit darauf war FPÖ-Nationalrat Reinhart Gaugg ebenfalls bei einer Verkehrskontrolle offensichtlich alkoholisiert angetroffen worden. Auch Gaugg legte darauf sein Mandat sowie den Posten des stellvertretenden Generaldirektors der Pensionsversicherungsanstalt zurück.

Die Polizei gab an, Pansi sei am vergangenen Freitag gegen 23.00 Uhr im Zuge einer Routinekontrolle angehalten worden. Da er Symptome einer Alkoholisierung aufgewiesen habe, sei er zum Alkotest aufgefordert worden. Diesen habe er jedoch verweigert. Darüber hinaus sei Pansi gegenüber den einschreitenden Beamten verbal aggressiv geworden. Deshalb sei er auch vorübergehend festgenommen worden. "Gegen ihn wird ein Führerschein-Entzugsverfahren und ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet", sagte Polizeisprecher Helmut Mayer.

Pansi selbst schildert den Vorfall ganz anders. "Ich habe nur zwei kleine Bier getrunken und war deutlich unter 0,5 Promille", sagte er. Er sei freiwillig mit den Beamten zum Wachzimmer in der St. Ruprechter Straße, um sich einem Alkotest zu unterziehen. "Ich wollte jedoch vorher mit meiner Gattin und einem Rechtsbeistand reden", erklärte Pansi gegenüber der APA. "Dies wurde mir jedoch verwehrt." Danach sei von einem Alkotest keine Rede mehr gewesen. Er sei auch nicht "verbal aggressiv" gewesen, vielmehr hätten sich die Polizisten "sehr rüde" verhalten.

Pansi hat sowohl die Funktion im Landesschulrat als auch das Gemeinderatmandat vorerst "ruhend" gestellt. Er sieht darin allerdings kein Schuldeingeständnis, sondern spricht von einem "schwebenden Verfahren". Das Gemeinderatmandat wird vorerst von LAbg. Gebhart Arbeiter ausgeübt

15.10.2002 10:44