Giovanni Trapattoni bleibt Italiens Teamchef
- Freundschaftspartie gegen die Türkei als "Schicksalsspiel"
Giovanni Trapattoni "hat" als italienischer Fußball-Teamchef doch "noch nicht fertig". Italiens Fußballverband (FIGC) sprach dem umstrittenen Trainer am Montag in Rom sein Vertrauen aus. Der nach dem blamablen WM-K.o. im Achtelfinale gegen Südkorea und den schwachen EM-Qualifikationsspielen unter Beschuss geratene "Maestro" soll die "Azzurri" zur EM 2004 nach Portugal führen. "Ich bin sehr zuversichtlich", sagte Trapattoni, der sich mit Italien den EM-Titel zum Ziel gesetzt hat.
Trotz des Treueschwurs der Verbandsbosse nach dem Krisengipfel mit "Trap" scheint der Verband von seinem Coach nicht mehr ganz überzeugt. Zum erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt, der einen freiwilligen Rücktritt ablehnte, fehlen aber die Alternativen. Die Wunschkandidaten Fabio Capello (AS Roma) und Marcello Lippi (Juventus Turin) wollen ihre gut dotierten Vereins-Engagements zumindest nicht sofort aufgeben. Auch die angedachte Teilzeit-Lösung mit dem zudem noch zu unerfahrenen Trainer von Chievo Verona, Luigi del Neri, wurde wieder verworfen.
Eriksson zu teuer
Englands Teamchef Sven-Göran Eriksson wurde ebenfalls von der Liste gestrichen. Der Schwede wäre für die in Finanzschwierigkeiten geratenen Italiener sowieso zu teuer. "Es ist nicht unser Stil, mit dem Trainer eines anderen Verbands zu verhandeln", stellte FIGC-Präsident Franco Carraro außerdem klar.
Trainer auf Abruf
Trotz der fehlenden Alternativen und der neuerlichen Vertrauenserklärung des Verbandspräsidiums gilt Trapattoni in Italien weiter als Trainer auf Abruf. Verbands-Vizepräsident Giancarlo Abete versuchte deshalb in Rom auch gleich klar zu stellen, dass "Trapattoni kein Trainer auf Zeit" sei. "Wir haben ein Vertrags- und ein Vertrauensverhältnis", betonte Abete. Italiens nächstes Freundschaftsspiel am 20. November in Pescara gegen die Türkei wird als "Schicksalspiel" angesehen. Noch eine Niederlage würde Trapattoni doch noch den Job kosten, meinen Experten.
Mannschaft steht hinter TrapattoniIn der Mannschaft genießt der frühere Bayern-Trainer nach wie vor große Rückendeckung. Abgesehen von seinem Vorgänger Dino Zoff, der Trapattoni offensichtlich liebend gerne beerben würde, sprechen sich auch die meisten Trainer für den 63-Jährigen aus.
Medien sprechen von "Angsthasenfußball"
Fans und Medien werfen Trapattoni dagegen "Angsthasenfußball" vor. Unter dem Defensivfanatiker spielten die "Azzurri" langweilig und mutlos. Ihre Weltklassestürmer Christian Vieri, Filippo Inzaghi und Alessandro Del Piero kämen unter "Trap" nicht zur Geltung. Ohne ein starkes Mittelfeld könne man nicht mit drei Spitzen spielen, verteidigt sich Trapattoni. "Ich kann eben nur mit den Spielern arbeiten, die da sind. Mehr hat Italien derzeit nicht", meint Trapattoni.
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