Freitag, 11. Oktober 2002

Italiens Liga-Chef droht mit RAI-Boykott

  • "Staatsfernsehen behandelt Spieler und Klubs respektlos"
  • PLUS: Witze über Collinas Glatze (Kasten rechts)

Der Streit zwischen der italienischen Liga und dem Staatsfernsehen RAI nimmt immer heftigere Formen an. Die Fußball-Gemeinschaft verlangt mehr Respekt für Spieler, Schiedsrichter und Klubchefs, gleichzeitig drohte Liga-Präsident Adriano Galliani mit dem Boykott der RAI-Sportsendungen. Auslöser war die Affäre rund um die Witze über die Kahlköpfigkeit von WM-Schiedsrichter Pierluigi Collina (siehe kasten rechts) bei einer von RAI organisierten Preisverleihung.

"Ich kann nicht mehr dulden, wie das Staatsfernsehen mit uns umgeht. Spieler werden verhöhnt, die Klubchefs werden wegen der finanziellen Schwierigkeiten des italienischen Fußballs als Versager dargestellt. Die Verbände werden beschuldigt, Schiedsrichter zu beeinflussen. Wir müssen unser Image schützen", betonte Galliani. Er schrieb einen Brief an die RAI-Manager, in dem er mit einer Klage drohte, sollte der Staatsfernsehen seine "Kampagne" gegen den italienischen Fußball nicht beenden.

"Kein Spieler oder Klubpräsident wird mehr in RAI-Sendungen auftreten, wenn wir nicht repektvoller behandelt werden", fügte Galliani hinzu. Collina hatte bei der Preisverleihung empört das Studio verlassen, als sich ein Komiker über seine Kahlköpfigkeit lustig machte. Gleiches taten Sportdirektor Luciano Moggi und mehrer Spieler von Juventus, nachdem über angebliche Schiedsrichter-Hilfen für die Turnier gelästert worden war.

11.10.2002 15:36