Sonntag, 13. Oktober 2002

Österreichische Bali-Touristen: "Wir hoffen das Beste"

  • Passagiere zwischen Zuversicht und Angst

"Wo kann ich mich melden, wenn ich meinen Bali-Flug stornieren möchte", fragt ein Mann in Lederjacke einen Mitarbeiter der Austrian Airlines. Er ist nicht der erste mit diesem Anliegen. Österreich-Reisende, die am Sonntag mit dem Flug OS3015 über Bangkok nach Denpasar auf Bali wollten, waren nach der Serie Bombenanschlägen auf der Urlaubsinsel entweder verunsichert und hatten Angst - oder sie waren besonders zuversichtlich.

"Angst kann man auch hier auf dem Flughafen haben. Da ist auch schon einiges passiert", sagte ein Bali-Reisender, der mit seiner Frau und einem weiteren Ehepaar in ein Golfresort auf der Insel möchte. "Oder man darf nicht mehr nach Amerika fliegen oder in kein Kaufhaus in Helsinki gehen", meinte seine Frau. "Wir hoffen das Beste." Ihr Mann habe seit 9.00 Uhr bei der AUA angerufen und sich erkundigt, ob der Flug überhaupt planmäßig stattfinde. "Es hat ja auch in den Medien ständig Meldungen gegeben, dass sie den Flughafen in Denpasar gesperrt haben", so der Mann.

"Was sollen wir denn machen, wir haben diesen Urlaub schon so lange geplant", sagte eine weitere große Reisegruppe aus Niederösterreich. Anders sieht das ein Ehepaar aus Wien: "Wir hatten einen Urlaub auf Bali und Lombok geplant. Aber als wir von den Vorfällen gehört haben, haben wir gesagt, dass wir da nicht mitfliegen." Der Reiseveranstalter änderte sofort die Route. Jetzt macht das Paar in Bangkok halt und macht eine Thailandtour inklusive einem Besuch auf der Insel Koh Samui. "Aber am Ticketschalter sagen sie einem nicht einmal etwas von den Vorfällen", klagte die Ehefrau.

Der Flug verlief planmäßig, aber mit einer zweistündigen Verspätung. Grund dafür waren aber nicht die Explosionen auf Bali, sondern ein technisches Problem.

Storno kostenlos
"Da es eine offizielle Warnung des Außenministeriums vor Indonesien-Reisen gegeben hat, können die Passagiere ihren Flug kostenlos stornieren", erklärt Gruber. "Das stellen wir den Leuten frei, ob sie fliegen wollen oder nicht." Die Mehrzahl - etwa 160 Reisende - würden als Transit-Passagiere nach Bangkok bzw. Denpasar reisen. "Wenn z.B. jemand aus München nach Wien fliegt, um dort weiter nach Denpasar zu reisen, und erst in Wien von den Vorfällen im Urlaubsgebiet hört, dann kann er den Flug stornieren und wir bringen ihn kostenlos wieder nach Hause".

13.10.2002 15:20