Samstag, 12. Oktober 2002

Tausende demonstrieren in Paris gegen Irak-Krieg

  • "Nein zu einem Krieg ohne Grund"
  • Irak fühlt sich sicherer: Saddam stellt Bedingungen an die UNO

Mehrere tausend Menschen haben in Paris gegen einen Krieg mit dem Irak und für Frieden im Nahen Osten demonstriert. "Nein zu einem Krieg ohne Grund" stand auf Spruchbändern der Demonstranten, die am Samstag durch die Straßen der Innenstadt zogen.

Mehrere französische Parteien (vor allem die Kommunisten), Gewerkschaften und Verbände haben für Samstag zu einem nationalen Protesttag gegen einen Krieg im Irak aufgerufen.

Die Veranstalter wollen nach eigenen Angaben jegliche militärische Intervention verhindern. Ein Krieg gegen den Irak würde zu einem Desaster für die irakische und kurdische Zivilbevölkerung führen, heißt es in dem Appell, den unter anderem Parteien des linken Spektrums, darunter Frankreichs Sozialisten und Grüne, die Gewerkschaft CGT sowie Menschenrechtsverbände unterzeichneten. Die Kriegsgegner betonten, sie wollten hingegen nicht die "Diktatur" von Iraks Präsident Saddam Hussein stützten.

Saddam Hussein stellt Bedingungen
Unterdessen scheint sich Saddam Hussein wieder etwas sicherer zu fühlen: Der Irak hat in einem Brief an UNO-Chefwaffeninspekteur Hans Blix neue Bedingungen für Waffenkontrollen gestellt. US-Medien berichteten am Samstag, nach dem Schreiben des irakischen Präsidentenberaters Amir el Sadi seien Inspektionen der Paläste Saddam Husseins offenbar ausgeschlossen. Der zugesagte bedingungslose Zugang für die Waffeninspekteure beziehe sich nur auf die früheren Vereinbarungen mit den Vereinten Nationen, hieß es in dem Schreiben, das Sadi auch an den Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed el Baradei, schickte. Damit wären die Paläste nicht zugänglich.

Bagdad könne ferner nicht für UNO-Flüge in den Flugverbotszonen im Norden und Süden des Landes garantieren, schrieb el Sadi weiter. Nach Ansicht der UNO könnten sich damit Inspektionen, die Waffeninspekteure von den geplanten Standorten in Mosul oder in Basra aus planten, um jeweils mehrere Stunden verzögern. Die irakische Regierung verlangte zudem, dass die UN für bestimmte Serviceleistungen bei den Inspektionen bezahlen.

12.10.2002 07:28