Freitag, 11. Oktober 2002

Anschlag in Helsinki war lange geplant

  • Vier mutmaßliche Helfer des Attentäters verhaftet
  • DIE BILDER: Chaos und Zerstörung in Finnland!

Der 19-jährige finnische Selbstmordattentäter hat seinen Anschlag auf ein Einkaufszentrum bei Helsinki mit sieben Toten vermutlich lange im Voraus geplant. Nach Angaben der Zeitung "Ilta- Sanomat" von Mittwoch verfügt die Polizei über entsprechende Aussagen eines Bekannten des mutmaßlichen Täters.

Der Mann bestätigte auch dem Blatt selbst, dass der Chemiestudent schon vor einem Jahr die Sprengung einer Bombe in einer großen Menschenmenge angekündigt hatte. Bei dem Anschlag am Freitag war der Attentäter selbst ums Leben gekommen.

Vier Personen festgenommen
Die finnische Polizei hat im Zusammenhang mit der Bombenexplosion in einem Kaufhaus bei Helsinki am Dienstag eine Person verhaftet und drei weitere vorerst festgenommen. Sie sollen dem 19-jährigen mutmaßlichen Bombenleger über das Internet Ratschläge zum Bau von Sprengsätzen gegeben haben, sagte ein Polizeisprecher.

Einer der vier - ein 17-jähriger Student - sei wegen Beihilfe zu schwerer Sabotage verhaftet worden, hieß es. Die Bombe war am Freitagabend in einer belebten Einkaufspassage in Vantaa, einem Vorort von Helsinki, explodiert. Dabei wurden sieben Menschen getötet, darunter der mutmaßliche Täter, der Chemiestudent Petri Gerdt. In Finnland war am Dienstag ein Tag der Trauer, die Flaggen im ganzen Land wehten auf Halbmast.

Polizeichef Tero Haapala erklärte, der verhaftete Jugendliche stehe in Verdacht, dem Täter Informationen über den Bombenbau geliefert zu haben. Die Polizei gehe aber weiter davon aus, dass der Student die Bombe allein hergestellt und gezündet habe. "Er hat allein gehandelt. Es war niemand mit ihm in dem Einkaufszentrum", sagte Haapala. "Aber wir haben immer noch kein klares Bild zum Motiv."

11.10.2002 20:14