Freitag, 11. Oktober 2002

Unfall verpennt: Zug 'räderte' Betrunkenen - unverletzt!

  • Tausend Schutzengel: Betrunkener schlief auf den Geleisen ein
  • Er wachte nicht auf, als 300 Meter-Zug über ihn hinweg donnerte

Ein Heer von Schutzengeln hat in Südtirol auf einen Betrunkenen aufgepasst: Der 32-Jährige legte sich nach einer ausgiebigen Zechtour auf den Geleisen schlafen. Und wachte auch nicht auf, als ein 300-Meter-Zug über ihn hinweg donnerte. Unglaublich: Er blieb völlig unverletzt!

Unglaubliches Glück hatte ein Mann in Bozen, der in betrunkenem Zustand auf einem Bahngleis in der Nähe des Bozener Bahnhofs eingeschlafen war. Die Führer eines Richtung Verona rollenden Güterzuges hatten in der Nacht auf Donnerstag den Mann auf der Gleisstrecke wegen der schwachen Beleuchtung erst spät erkannt und leiteten - zu spät - eine Notbremsung ein.

Der Zug blieb aber erst nach Dutzenden Metern stehen. Beim Absuchen des Gleiskörpers rechnete man mit dem Schlimmsten: einer zerfetzten Leiche. Doch die Überraschung war groß: Der Mann war nicht nur unverletzt geblieben, er hatte sich durch den Zwischenfall nicht einmal wecken lassen.

Der Schläfer, ein 32-jähriger, in Bozen lebender Mailänder wurde wegen Trunkenheit und Betretens der Gleise an einer verbotenen Stelle angezeigt. Außerdem soll er für den Polizeieinsatz, die Notbremsung und die verlorene Geschäftszeit des Güterzuges Kostenersatz leisten.

Informationen, nach denen bei dem Mann 2,8 Promille Alkohol im Blut festgestellt wurden, wurden von der Polizei nicht bestätigt, ebenso wenig wie Gerüchte, dass der Mann gegenüber der Polizei wütend reagiert haben soll, als er von den Beamten geweckt wurde.

11.10.2002 09:24