Donnerstag, 10. Oktober 2002

Marokkaner in Hamburg wegen 9/11 verhaftet

  • Angeblich Kontakte mit WTC-Attentätern bewiesen
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Ein weiterer mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle um Mohamed Atta ist in Hamburg festgenommen worden. Wie der deutsche Generalbundesanwalt Kay Nehm am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, handelt es sich um einen 29-jährigen Marokkaner. Ihm wird die Unterstützung der terroristischen Vereinigung vorgeworfen, die an den Terroranschlägen in den USA vom 11. September maßgeblich beteiligt war.

Der Name des Mannes wurde mit Abdelghani Mzoudi angegeben. Gegen den Verdächtigen habe der zuständige Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Haftbefehl erlassen. Auf Grund dessen sei die Festnahme erfolgt. Der Beschuldigte unterhielt nach Erkenntnis der Ermittler zu sämtlichen Mitgliedern der vor den Anschlägen in Hamburg operierenden Zelle um Atta langjährige enge Beziehungen. Besonders engen Kontakt habe er mit den Vereinigungsmitgliedern Zakariya Essabar und Mounir Al Motassadeq gepflegt. Gegen letzteren ist inzwischen vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Anklage erhoben worden.

Im Sommer 2000 habe sich der am Donnerstag festgenommene Marokkaner teilweise zeitgleich mit den anderen Mitgliedern der Zelle um Atta in Ausbildungslagern in Afghanistan aufgehalten. "Die Aufenthalte der Mitglieder der Vereinigung dienten unter anderem dazu, mit den Verantwortlichen des internationalen Netzwerks die Einzelheiten der Anschläge und deren logistische Unterstützung abzustimmen", heißt es in der Erklärung der Bundesanwaltschaft.

Der Beschuldigte habe die terroristischen Ziele der Vereinigung gekannt und sie logistisch unterstützt. "So stellte er Essabar Ende 2000/Anfang 2001 zur Finanzierung seiner in den USA geplanten Flugausbildung Geldmittel zur Verfügung", erklärte die Bundesanwaltschaft weiter.

Maßgebliche Hilfe geleistet habe der Mann bei der Verschleierung des Aufenthaltsortes des bei den Anschlägen in den USA ums Leben gekommenen Todespiloten Marwan Al Shehhi. "Für die letzten Wochen in Deutschland verschaffte er ihm ein Zimmer in einem Studentenwohnheim, in dem sich dieser unbemerkt bis zu seinem Abflug Ende Mai 2000 in die Vereinigten Staaten von Amerika aufhalten konnte", schrieb die Bundesanwaltschaft.

10.10.2002 08:58