Donnerstag, 10. Oktober 2002

Atommülltransporte aus vier deutschen AKW gestartet

  • Proteste von Atomgegnern - Anschlag auf Bahngleise

Der bislang größte deutsche Atommülltransport ist am Donnerstag zunächst störungsfrei Richtung Frankreich gerollt. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes (BGS) waren zwei Züge mit insgesamt 16 Atombehältern aus sieben deutschen Kraftwerken auf dem Weg zur französischen Grenze.

Ein Transport mit fünf Waggons brach am Nachmittag aus dem baden-württembergischen Walheim nach Westen auf, ein weiterer Zug mit elf Containern aus norddeutschen Kraftwerken erreichte Rheinland-Pfalz. Vor der Grenze sollten die Züge mit den abgebrannten Brennelementen nach Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zusammengekoppelt werden.

Nur wenige Atomkraftgegner versammelten sich dem BGS in St. Augustin zufolge zu kleineren Mahnwachen, unter anderem am Bahnhof Münster und im nahe gelegenen Leer. Der Nord-Transport mit neun Atommüll-Behältern aus den Kraftwerken Brokdorf, Brunsbüttel, Krümmel, Stade und Unterweser passierte am Nachmittag Nordrhein-Westfalen und fuhr weiter nach Süden. Am frühen Morgen hatte der Zug Maschen in Niedersachsen verlassen, wo in der Nacht drei Transporte zusammengelegt worden waren. Die zwei Container aus dem AKW Unterweser bei Bremen waren nach Angaben von Greenpeace am Vormittag in Hamm angekoppelt worden.

Der Süd-Zug mit radioaktiven Abfällen aus Grafenrheinfeld in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg hatte bereits seit Mittwoch in Walheim auf den Weitertransport gewartet. Der Sammeltransport ist für die Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield bestimmt. Nach Informationen von Greenpeace sollen die Atommüll-Behälter je zur Hälfte nach La Hague und Sellafield gebracht werden.

10.10.2002 08:04