Überraschender Wahlsieg für Islamisten in Pakistan
- Ein Drittel der bisher ausgezählten Wahlkreise gewonnen

Bei der Wahl in Pakistan zeichnet sich ein überraschend großer Erfolg des islamistischen Parteienbündnisses MMA ab. Von den bis Freitag früh ausgezählten 72 Wahlkreisen gewannen die Islamisten 24, also ein Drittel. Zweitstärkste Gruppe war mit 17 Sitzen die Moslemliga PML-Q, die als Favorit von Militärmachthaber Pervez Musharraf gilt.
Die Volkspartei PPP der Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto kam auf 14 Sitze. Von den 342 Abgeordneten waren am Donnerstag 272 direkt gewählt worden.
Bei den Wahlen 1997 hatten die damals zersplitterten Islamisten nur insgesamt vier Sitze errungen. Die Mandate kamen diesmal alle aus den an Afghanistan grenzenden Provinzen, wo die Islamisten nach dem von Militärmachthaber Pervez Musharraf unterstützten Afghanistan-Krieg von US-feindlichen Stimmungen profitieren konnten. Auch der inhaftierte Anführer der seit Jänner verbotenen Extremistengruppe Sipah-e-Sahaba, Maulana Azam Tariq, errang als einer von mehreren parteilosen Bewerbern ein Mandat.
Bei Gewalttaten am Rande der ersten Wahl seit dem Militärputsch Musharrafs vor drei Jahren waren sieben Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden. Beobachter sprachen dennoch von einem relativ ruhigen Tag, weil noch weitaus blutigere Anschläge befürchtet worden waren. Von den 72 Millionen Pakistani gingen laut der Nachrichtenagentur APP nur 36 Prozent zu den Urnen.
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