Donnerstag, 10. Oktober 2002

FORMAT stellt die Steuerpläne der Parteien vor

  • SPÖ will Ambulanz- und Studiengebühr abschaffen
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Im aktellen FORMAT stellen die Parteien ihre Pläne für eine mögliche Steuerreform vor. Für die SPÖ muss die Steuerreform die Massenkaufkraft stärken, Arbeitsplätze sichern und sozial gerecht sein. Die ÖVP will dagegen der Steuerreform vorher noch eine Ausgaben-Reform voranstellen. Die Freiheitlichen plädieren überhaupt für einen einheitlichen Steuersatz von 25%. Und die Grünen denken über eine „ökosoziale Steuerreform“ nach, die den Verbrauch von Ressourcen wenig belasten soll.

SPÖ
Sofortmaßnahmen: Abschaffung von Ambulanz- und Studiengebühren, und der Unfallrenten- Besteuerung.
Lohn- und Einkommensteuer: Kleine und mittlere Einkommen werden um zwei Milliarden Euro entlastet, pro Kopf und Jahr um 530 bis 685 Euro.
Unternehmen: Die Wirtschaft wird um eine Milliarde Euro im Jahr entlastet. Ein Investitionsfreibetrag neu soll zusätzlich Investitionen um dreißig Prozent steuerlich fördern. Ein Stabilitätsfonds soll Klein- und Mittelbetriebe unterstützen.

ÖVP
Sofortmaßnahmen: Zu allererst soll die Steuerfreigrenze von 8.900 auf 10.000 Euro zu versteuerndes Einkommen angehoben werden. Diese Regelung schlägt nicht auf den Tarif aller anderen Steuerzahler durch.
Lohn- und Einkommensteuer: Die erste Etappe der Entlastung — frühestens 2004 — soll 1,5 bis zwei Milliarden Euro kosten, die Steuerzahler im Schnitt um 600 Euro pro Jahr entlasten.
Unternehmen: Ziel ist eine einheitliche Betriebssteuer für alle Unternehmen, im Betrieb belassene Gewinne sollen wie Kapitalerträge nur noch mit 25 Prozent besteuert werden.
Zeitplan: Die Entlastung kann nur so erfolgen, wie im Budget unter Beibehaltung des Nulldefizit Spielraum geschaffen wird.

FPÖ
Sofortmaßnahmen: Die Entlastung der sozial Schwachen soll noch 2003 erfolgen. Als erstes sind Einkommen bis 1.000 Euro brutto im Monat steuerfrei zu stellen.
Lohn- und Einkommensteuer: Ziel ist eine modifizierte „Flat rate“, die Einkommen mit „höchstens 25 Prozent“ besteuert. Löhne und Gehälter sollen gleich wie Kapital und Unternehmen belastet werden.
Unternehmen: Alle Unternehmen, egal welcher Rechtsform, sollen einheitlich besteuert werden. Die Steuerlast soll — wie der Kapitalertragssteuersatz — 25 Prozent nicht übersteigen, damit auch der Körperschaftssteuersatz auf 25 Prozent gesenkt werden kann.

Grüne
Sofortmaßnahmen: Die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen soll über den SV-Beitrag zu den Krankenkassen erfolgen. Ein Freibetrag für jeden soll durch die Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage finanziert werden.
Lohn- und Einkommensteuer: Jeder Erwerbstätige erhält im Gegenzug tausend Euro pro Jahr „Umweltbonus“; pro Kind oder Pensionist 450 Euro.
Unternehmen: Die Lohnnebenkosten werden um vier Milliarden Euro gesenkt; Ausgleichsfonds verhindern das Verdrängen von Unternehmen und Jobs.

Im neuen FORMAT lesen Sie alles, was die vier Parteien noch für Steuerreform-Pläne in der Tasche haben!

10.10.2002 22:11