Rekord: 100 Kilo Cannabis entdeckt
- Canabisprodukte aus illegalen Hanfplantagen sichergestellt
- Zwölf Festnahmen in mehreren Bundesländern
Der bisher größte zusammenhängende Fund von Cannabisprodukten in Österreich gelang der Exekutive Mitte Oktober 2002 in einer groß angelegten Aktion im Burgenland und in Niederösterreich: Rund 100 Kilo Cannabiskraut wurden auf vier illegalen Hanfplantagen "geerntet". Die Ernte besitz den Schwarzmarkt-Wert von rund 700.000 Euro.
Auf vier illegalen Hanfplantagen, die teilweise sogar in Ortsgebieten lagen, wurden insgesamt rund 100 Kilogramm Cannabiskraut sichergestellt, teilte die Sicherheitsdirektion Burgenland am Freitag mit. Der Marktwert der Drogen beträgt rund 700.000 Euro. Nach ersten Hinweisen aus der Bevölkerung ortete die Exekutive die Plantagen mit Hilfe von Luftbildern.
Polizei schlug bereits im September zu
Zu der Polizeiaktion ist es bereits in der Nacht auf den 22. September gekommen. Unter Federführung der Kriminalabteilung Burgenland schlugen Beamte des Bundeskriminalamtes und der "Cobra" gemeinsam mit der lokalen Exekutive zu. Im Burgenland wurden im Bezirk Neusiedl am See drei Personen festgenommen, in Niederösterreich klickten im Bezirk Bruck an der Leitha zwei Mal die Handschellen. Jeweils ein Verdächtiger landete im Bezirk Liezen (Steiermark) sowie in Graz und in Innsbruck in Polizeigewahrsam. Außerdem wurden in mehreren Bundesländern insgesamt 16 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Bei dem gefundenen Suchtgift handelt es sich nach Angaben des Leiters der Kriminalabteilung Burgenland, Major Rainer Erhart, um "beste Qualität".
12 Personen festgenommen
Zehn Männer und zwei Frauen - alle im Alter um die 30 Jahre - wurden insgesamt festgenommen, so der stellvertretende Leiter der Sicherheitsdirektion Burgenland, Thomas Schindler. Vier der Verdächtigen wurden inzwischen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Bezirk Neusiedl fiel den Beamten u.a. auch eine geladene, griffbereite Pumpgun in die Hände. Bei dem Einsatz wurden darüber hinaus geringe Mengen von Kokain sowie Amphetamine und Ecstasy sichergestellt.
Die Gruppe war laut Schindler "hoch professionell" nach dem Muster einer arbeitsteilig vorgehenden Organisation am Werk. Die Plantagen, drei von ihnen im Bezirk Neusiedl am See und eine weitere in Niederösterreich, befanden sich zum Teil in der Nähe von Ortschaften, in einem Fall sogar mitten im Ortsgebiet bei einem Wohnhaus. Eine der Plantagen mit rund 300 Hanfpflanzen, war knapp 100 Meter lang. "Von 'Zufallsprodukten' kann man hier sicher nicht sprechen", so Erhart.
Ernte wurde im Lkw abtransportiert
Als Herausforderung für die Einsatzkräfte gestaltete sich die Sicherstellung der umfangreichen Beweismittel, die teilweise mit dem Lkw abtransportiert werden mussten. Zuvor mussten die Hanfpflanzen erst geerntet werden. Bei der Verarbeitung der Drogen bewiesen die mutmaßlichen Cannabisproduzenten Einfallsreichtum: Ihre "Produktpalette" reichte vom einfachen "Gras", das in rund 20 Kisten zu fünf bis acht Kilogramm abgefüllt war, über Haschischöl - "das ist beste Qualität" - bis hin zu Keksen und Cannabis-Butter.
Anbau schon seit Jahren?
"Es gibt Hinweise, dass der Anbau schon seit Jahren stattfindet", meinte Schindler. Wie lange auf den illegalen Plantagen das "Gras" tatsächlich schon wuchs, müssen erst genauere Untersuchungen feststellen. Die Festgenommenen müssen zum Teil mit empfindlichen Strafen rechnen.
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