Dienstag, 27. August 2002

Intel: Gewinnanstieg trotz Branchenschwäche

  • Investitionsunlust dauert an
  • Erbitterter Wettstreit mit Konkurrenten AMD

Der weltweit größte Chiphersteller Intel Corp geht für das laufende Quartal trotz der schwachen Branchenentwicklung von einem moderaten Ergebnisanstieg zum Vorquartal aus.

"Wir sehen im dritten Quartal ein mäßiges Wachstum zum zweiten Quartal", sagte Intel-Chef Craig Barrett heute vor Journalisten im malaysischen Penang. "Aber weil die Unternehmen noch nicht wieder investieren, haben wir noch keine grundlegende Verbesserung in der Computer-Branche feststellen können", fügte Barrett hinzu. Wann die Unternehmen wieder mehr Geld ausgäben, könne er nicht voraussagen, sagte Barrett weiter. Die Prozessorchips von Intel werden weithin in Computern eingesetzt.

Wettstreit zwischen Intel und AMD
Auch im kommenden Weihnachtsgeschäft wird nicht mit Impulsen gerechnet, sagte Intel-Chef Craig Barrett weiter. Genaue Voraussagen seien aber selbst für die nächsten drei Monate unmöglich. Trotz der weltweit angespannten Lage liefern sich die führenden Chip-Hersteller Intel und AMD weiter einen erbitterten Wettstreit um die schnellsten Prozessoren. Sie sollen vor allem Anreize für den Kauf von neuen, leistungsfähigeren Computern liefern.

Technologie-Wettlauf
Nachdem Herausforderer AMD in der vergangenen Woche mit dem Athlon XP 2600+ den nach eigenen Angaben weltweit leistungsfähigsten Prozessor für Personal Computer angekündigt hatte, legte Marktführer Intel unterdessen nach. Der neue Intel Pentium 4 mit einer Geschwindigkeit bis zu 2,8 Gigahertz sei mit deutlichem Vorsprung nun der führende Microprozessor für Privat- und Unternehmensanwender.

Kündigungen trotz Quartalgewinn
Im vergangenen Monat hatte Intel einen Quartalsgewinn von 446 Mio. Dollar (460 Mio. Euro) ausgewiesen und den Abbau von 4.000 Stellen oder fast fünf Prozent seiner Belegschaft angekündigt. Die Chipindustrie hatte 2001 ihr schlechtestes Jahr in ihrer 40jährigen Geschichte erlebt. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner Dataquest waren die Verkäufe um 32 Prozent auf 155 Mrd. Dollar (160 Mrd. Euro) gesunken.

27.8.2002 09:35