Wienerberger: Aktienliquidität soll erhöht werden
- Mehrheitsaktionäre: Mehrheit über Börse abgeben
- EBIT auf 72,6 Mio. Euro mehr als verdoppelt
Die Mehrheitsaktionäre des börsenotierten Baustoffkonzerns Wienerberger, die Bank Austria-Creditanstalt und die belgische Koramic Building Products, haben sich darauf verständigt, die Mehrheit an der Wienerberger abzugeben, teilte Wienerberger heute mit. Zu diesem Zweck sei die Syndikatsvereinbarung zwischen den beiden Aktionärgruppen, die derzeit etwas mehr als die Hälfte der Aktien halten, so adaptiert worden, dass eine Reduktion der Beteiligungen auf unter 50 Prozent erfolgen könne.
Bank Austria und Koramic wollten mit der Anpassung ihres Syndikatsvertrags die Möglichkeit schaffen, "den Free Float und damit die Liquidität der Wienerberger-Aktien maßgeblich zu erhöhen. Der Abbau der Anteile soll schrittweise und koordiniert erfolgen, um negative Auswirkungen auf den Aktienkurs von Wienerberger zu vermeiden", erklärte die Bank Austria. Damit solle der Wienerberger die Chance geboten werden, die Kapitalmärkte besser zu nutzen und sich am Konzentrationsprozess in der Bauindustrie aktiv zu beteiligen.
EBIT: Mehr als verdoppelt
Das laufende Restrukturierungsprogramm hat dem börsenotierten Baustoffkonzern Wienerberger im ersten Halbjahr 2002 ein gegenüber dem Vorjahr deutlich besseres Ergebnis beschert: Während der Umsatz lediglich um 7 Prozent auf 799,3 (746,4) Mio. Euro kletterte, hat sich das Betriebsergebnis (EBIT) nach sechs Monaten auf 72,6 (32,1) Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Konsensusschätzungen der Analysten hatten sich im Vorfeld der Halbjahreszahlen auf sieben Prozent mehr Umsatz und ein um 78 Prozent höheres EBIT belaufen. Als Hauptgrund für die markante Ergebnisverbesserung führt der Konzern die deutschen Restrukturierungsakvitäten und die Integration der im Frühjahr erworbenen Hanson-Ziegelunternehmen an. Mit einem Free Cash Flow (vor Großprojekten) in Höhe von 55 Mio. Euro habe die Hanson-Akquisition bereits "weitgehend" finanziert werden können.
Aufschwung ab 2003 in Frage gestellt
Für das Gesamtjahr will Wienerberger-Vorstandschef Wolfgang Reithofer ein EBIT von "deutlich mehr als 100 Mio. Euro" erwirtschaften. Die Integration von Hanson werde Synergien von 13 Mio. Euro jährlich bringen, die 2003 erstmals in voller Höhe realisiert würden, hieß es. Bei der Einschätzung der Konjunklturentwicklung bleibt Wienerberger jedoch deutlich gedämpft: "Der erhoffte Aufschwung ab 2003 ist in Frage gestellt", heißt es in der Unternehmensaussendung.
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