TA im 1.Halbjahr 2002 mit Umsatz- & Ergebnisplus
- TA-AG mit 7,2-prozentigem Umsatzrückgang
- Nettogewinn der AG bei 54,4 Mill. Euro
Die börsenotierte Telekom Austria-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2002 ein leichtes Umsatzwachstum und ein zweistelliges Ergebnisplus erzielt. Der Umsatz der Gruppe (inklusive Mobilkom Austria) stieg um 0,2 Prozent auf 1,89 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 12,5 Prozent auf 794,5 Mio. Euro, teilte die TA heute ad-hoc mit.
Im zweiten Quartal 2002 verbuchte die TA-Gruppe allerdings einen Rückgang des Umsatzes um 1,5 Prozent auf 935,3 Mio. Euro. Das EBITDA der Gruppe stieg hingegen um 15,0 Prozent auf 380,6 Mio. Euro. Für den TA-Vorstandsvorsitzenden Heinz Sundt stellt das Finanzergebnis für das erste Halbjahr 2002 "den strategischen Erfolg bei der Kostensenkung, der Reduktion der Sachanlagenzugänge, der verstärkten Kundenorientierung und der Stabilisierung des Marktanteils" unter Beweis.
Mobilkom zu 100 % in Besitz der TA
Die Telekom Austria AG, in der Mobilkom Austria auf at-equity-Basis (zu 75 Prozent) enthalten ist, weist im ersten Halbjahr 2002 einen Rückgang des Umsatzes um 7,2 Prozent auf 1,107 Mrd. Euro auf. Das Betriebsergebnis stieg hingegen von minus 55,2 Mio. Euro auf 6,3 Mio. Euro. Das Nettoergebnis drehte von minus 35,5 Mio. Euro auf 54,4 Mio. Euro ins Plus. Seit Ende Juni 2002 steht die Mobilkom zu 100 Prozent in Besitz der TA. Das Betriebsergebnis (EBIT) der Telekom Austria-Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2002 um 86,9 Prozent auf 243,2 Mio. Euro, teilte die TA am Dienstag weiter mit. Der Ertrag je Aktie stieg im Halbjahr von minus 0,07 Euro auf 0,11 Euro. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet die TA einen "leichten Anstieg" des Gruppen-EBITDA und eine weitere Verbesserung des Nettoergebnisses". Das EBITDA ergebe sich aus dem Betriebsergebnis unter Ausschluss der Abschreibungen und der Aufwendungen für die im Rahmen der Restrukturierung freigestellten Mitarbeiter, hieß es.
Nettoverschuldung stieg auf 3,43 Mrd. Euro
Die konsolidierte Nettoverschuldung stieg im ersten Halbjahr 2002 um 151,1 Mio. Euro auf 3,43 Mrd. Euro. Die TA hatte Ende Juni die restlichen 25 Prozent an der Mobilkom Austria für 692,8 Mio. Euro gekauft. Ohne diesen Erwerb wäre die Nettoverschuldung auf 2,74 Mrd. Euro zurückgegangen, hieß es. Die Bilanz der Mobilkom Austria sei erstmals am 30. Juni voll konsolidiert worden. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital (Net Gearing) stieg von 131,3 Prozent Ende 2001 auf 134,0 Prozent Ende Juni 2002.
Bei Festnetz Umsatz gesunken
Im Festnetzbereich der Telekom Austria (TA) ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2002 um 9,2 Prozent auf 1,007 Mrd. Euro zurück, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich geringfügig um 0,3 Prozent auf 419,8 Mio. Euro, hieß es in der ad-hoc-Aussendung am Dienstag weiter. Der Marktanteil im Festnetzbereich betrug per Ende Juni 2002 55,3 Prozent, Ende März war er noch bei 55,1 Prozent gelegen, Ende 2001 bei 56,2 Prozent.
Im Mobilfunkbereich stieg der Umsatz
Im Mobilfunkbereich stieg der Umsatz um 10,2 Prozent auf 906,9 Mio. Euro, das EBITDA wuchs um 21,0 Prozent auf 351,4 Mio. Euro. Der Marktanteil in Österreich im Mobilfunkbereich lag Ende Juni 2002 laut Telekom Regulator bei 43,87 Prozent.
Mit Datenkommunikation im Plus
Der Geschäftsbereich Datenkommunikation verzeichnete ein Plus beim Umsatz von 4,2 Prozent auf 157,8 Mio. Euro und beim EBITDA um 147,3 Prozent auf 27,7 Mio. Euro. Das Internetgeschäft wies als einziger Geschäftsbereich ein negatives EBITDA von minus 4,0 Mio. Euro nach minus 14,1 Mill. Euro auf. Der Umsatz erhöhte sich von 39,2 Mio. Euro auf 56,3 Mio. Euro.
1.939 Mitarbeiter weniger
Die Zahl der Mitarbeiter der TA-Gruppe ging im ersten Halbjahr 2002 um 1.939 Personen auf 16.151 Beschäftigte zurück. Dazu kommen noch 812 im ersten Halbjahr 2002 freigestellte Mitarbeiter, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 612 Personen gewesen. Im Festnetzbereich wurden im ersten Halbjahr 2002 870 Mitarbeiter abgebaut, was den Zielvorgaben für die Reduktion um bis zu 1.500 Personen bis Ende 2002 entspreche, hieß es. Die Aufwendungen für freigestellte Mitarbeiter gingen im ersten Halbjahr 2002 um 1 Prozent auf 18,9 Mio. Euro zurück.
Gerüchte über tele.ring-Übernahme nicht kommentiert
Die Marktgerüchte über eine mögliche Übernahme des Wiener Festnetz-, Mobilfunk- und Internetbetreibers tele.ring durch die TA wollte Sundt heute nicht kommentieren. Die TA stehe aber natürlich einer Marktbereinigung nicht negativ gegenüber, zumal 8 Millionen Österreicher bald fünf Mobilfunkanbietern gegenüber stehen würden, was eine "unnatürliche Konzentration" darstelle, die auf keinem anderen Markt zu finden sei.
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