Tiroler Reiseplattform Tiscover fuhr 2001 Verluste ein
- EGT bei minus 1,69 Mio. Euro
- Tiscover-Vorstand Ebner: Bilanzverlust war "fix" eingeplant
Die Tiroler Online-Reiseplattform Tiscover AG (Innsbruck) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Verluste geschrieben. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sei 2001 von plus 5,95 Mio. Euro auf minus 1,69 Mio. Euro gedreht, berichtet die Tiroler Tageszeitung, unter Berufung auf einen Bericht von PriceWaterhouse Coopers. Die Bilanz weise auch einen negativen Cash-Flow aus.
Noch im März 2002 habe Tiscover-Vorstand Arno Ebner noch von einem "sehr erfolgreichen Jahr" 2001 gesprochen, in dem der Umsatz von 5,9 Mill. Euro auf auf 6,8 Mill. Euro angestiegen sei und 2,5 Mill. Euro in die Zukunft des Unternehmens investiert worden seien. Auch bei der Sitzung des Tourismus-Koordinationsausschusses KAT am 8. August sei dies ähnlich dargestellt worden, heißt es im Bericht. Das negative Bilanzergebnis sei bisher nie erwähnt worden.
2001 und 2002 als Investitionsjahre vorgesehen
Die Jahre 2001 und 2002 seien bei Tiscover als Investitionsjahre vorgesehen gewesen, daher sei der Bilanzverlust "fix" einkalkuliert worden, zitiert die Zeitung nun Ebner, der sich auf eine prall gefüllte Kriegskasse beruft. Der Kassabestand und Guthaben bei Kreditinstituten betragen laut Bilanz 8,85 Mio. Euro.
Anteile an Swarovski und BA-CA verkauft
Großteils soll dieses Geld aus dem Verkauf von Tiscover-Anteilen an Swarovski (sechs Prozent) und die BA-CA erlöst worden sein. Ebner wollte gegenüber der Tiroler Tageszeitung auf die Höhen der Summen nicht eingehen. Auch die Abschreibungen in der Höhe von 1,46 Mio. Euro sieht der Vorstand als nicht bedenklich. "Im Vergleich zu anderen Unternehmen in der Branche handelt es sich bei uns nicht um außerordentliche Abschreibungen", so Ebner in Anspielung auf Feratel. Die hohen Abschreibungen resultierten aus dem Wechsel auf das neue Betriebssystem.
Wert von Tiscover soll behutsam gesteigert werden
Um den Bekanntheitsgrad der Online-Reiseplattform weiter zu erhöhen, will Ebner laut Bericht neue strategische Partner ins Boot zu holen. "Wir müssen keine Anteile verkaufen, weil wir Geld brauchen. Wir wollen behutsam den Wert von Tiscover weiter steigern. Daher könnte es Sinn machen, einen Teil der 91 Prozent, die derzeit in Landesbesitz sind, ohne Eile zu verkaufen", kündigte Ebner an.
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