Mittwoch, 28. August 2002

Salzburger Bewerbungs-Budget mit 901,4 Mio. Dollar

  • OC-Evaluierungskommission kommt vom 13. bis 16.3.

Das Salzburger Bewerbungsdokument, das am Freitag in Lausanne dem Internationalen Olympischen Comite (IOC) übergeben wurde, umfasst alle Details im Hinblick auf die Winterspiele 2010 und vor allem die Vision, die Salzburg gemeinsam mit der Region Amadé, mit Kitzbühel/Tirol und Schönau/Königssee für diese Spiele entworfen hat. Ein zentraler Punkt - Termin wäre 5. bis 21. Februar - ist das in Zusammenarbeit mit Experten aus Salt Lake City erstellte Budget, das bei vorsichtiger Kalkulation mit 901,4 Millionen Dollar festgelegt wurde.

Die 901,4 Millionen des Voranschlags - der wichtigste Punkt in Band eins - setzen sich aus folgenden Posten (jeweils in Mio. Dollar) zusammen: TV-Gelder 359, TOP-Sponsorprogramm 90, SALOC-Sponsoren 175, Offizielle Partner 20, Ticketerlöse 115, Lizenzen 25,4, Lotterien 10, Spenden 20, andere Einnahmen 52, Nachverwertung von Sachgütern 35. Dem stehen folgende Ausgaben (901,4 Mio) gegenüber: Sportstätten 31, Olympisches Dorf 20, Pressezentren 3,5, Andere Investitionen 8, Sportstätten (operativ) 113,6, Olympisches Dorf (operativ) 30,9, Pressezentren (operativ) 80,9, andere 10, SALOC-Mitarbeiterstab 54, Technologie 157, Telekommunikation 51, Internet 20, Zeremonien u. Kultur 43, Medizinisches Service 5,5, Catering 11, Transport 18, Sicherheit 24, Paralympische Spiele 20, Werbung und PR 37, Administration 107, Olympische Testbewerbe 8, andere Kosten 48.

Vorsichtig kalkuliert
Diese Budget-Zahlen liegen weit unter jenen von Salt Lake City, wo etwa mehr als 700 Millionen Dollar aus Einnahmen aus TV-Rechten erzielt wurden und im Budget 443 Millionen Dollar angesetzt worden waren. Für Turin 2006 liegen diese Zahlen bereits deutlich höher. Derzeit verhandelt das IOC mit den US-amerikanischen TV-Anstalten über eine Verlängerung des Vertrages. Auch die Einnahmen aus dem TOP-Sponsorprogramm des IOC sind für Salzburg mit 90 Millionen Dollar sehr vorsichtig kalkuliert. Die veranschlagten SALOC-Sponsoreinnahmen betragen mit 175 Millionen Dollar etwa ein Viertel jener Summe, die in Salt Lake City erwirtschaftet wurde. Auch die Ticketverkäufe wurden mit einem Verkauf von rund 75 Prozent aller Eintrittskarten sehr niedrig kalkuliert, die zu Grunde liegenden Preise bewegen sich auf moderatem Niveau.

Der zweite Band umfasst alle Pläne der Sportstätten und die Nachnutzung dieser Stätten, das Wettkampfprogramm der Paralympics, das Olympische Hauptdorf bzw. die Subdörfer in der Region Amade und in Kitzbühel. In Band drei werden die Themen, Medizin, Sicherheit, Transport, Kommunikation, Unterbringung sowie die Kultur im Rahmen der Spiele behandelt. Besonders wichtig sind die darin enthaltenen Garantie-Erklärungen.

IOC-Besuch im März
Neben der Vorbereitung auf die Vergabe am 2. Juli in Prag sind in den nächsten Monaten zwei Dinge von höchster Bedeutung: Der Sprung auf die internationale Bühne und die Vorbereitung auf den Besuch der IOC-Evaluierungskommission, die Salzburg als letzte der drei Bewerberstädte vom 13. bis 16. März besuchen wird. Die Roadshow "Vom Funken zur Flamme" macht diese Woche beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding Station, zudem stehen wichtige Ereignisse wie das Hahnenkammrennen in Kitzbühel und die alpinen Weltmeisterschaften in St. Moritz vor der Tür. "Auch bei uns wird ab sofort der internationale Zugang immer wichtiger. Und im Vordergrund stehen dabei eben immer die 126 IOC-Mitglieder, die am 2. Juli in Prag zur Abstimmung gebeten werden", erklärt Generaldirektor Egon Winkler, der die Salzburg-Bewerbung u.a. in Kuwait beim Treffen aller asiatischen NOK`s präsentieren wird.

"Paten" für die Sportstätten
Nach Felix Gottwald, der Pate der Bewerbe der Nordischen Kombination ist, und Deutschlands Rodelstar Georg Hackl (Bob- und Rodelbahn in Schönau/Königssee) gibt es nun mit Michael Walchhofer (Abfahrts-Strecke in Zauchensee) und Wolfgang Rottmann (Biathlon Altenmarkt) zwei weitere "Paten" für Sportstätten in Altenmarkt und Zauchensee. Walchhofers Hotel befindet sich übrigens nur wenige Meter neben dem geplanten Ziel. "Olympische Spiele in Österreich wären gerade auch für Sportarten wie Biathlon ein riesiger Gewinn. Deshalb unterstütze ich diese Vision mit allen Kräften", so Rottmann.

28.8.2002 10:27