Golf und Rugby wieder ins Sommer-Programm
- Engültige Entscheidung im November
- IOC-Ablehnung von Naturbahn-Rodeln
Bei den Sommerspielen 2008 in Peking sollen Golf und Rugby ein olympisches Comeback feiern. Dafür stehen der Moderne Fünfkampf, Baseball und Softball vor dem Aus. Diese Veränderungen sind in einer umfangreichen Vorschlagsliste der Programm-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) enthalten, über die das Exekutivkomitee am Donnerstag in Lausanne beraten wird. Endgültige Entscheidungen wird Ende November eine Außerordentliche IOC-Vollversammlung in Mexiko-Stadt treffen.
Ein Abwählen von Sportarten ist nur mit der Zweidrittel-Mehrheit der gegenwärtig 128 IOC-Mitglieder möglich. Über die ebenfalls von der Programm-Kommission vorschlagenen zahlreichen Veränderungen von Disziplinen und Wettkämpfen in den bisher 28 olympischen Sportarten kann hingegen das Exekutivkomitee entscheiden. Das tat die IOC-Führung, indem sie dem Programm der Winterspiele 2006 in Turin zwei Massenstart-Wettbewerbe im Biathlon hinzufügte. Damit werden in vier Jahren 80 Medaillen-Konkurrenzen ausgetragen.
Sportarten müssen "TV-wirksam" sein
Der seit 1912 bei Sommerspielen ausgetragene Moderne Fünfkampf gehört zu den klassischen olympischen Sportarten. Baseball ist seit 1992 im Programm, die weibliche Entsprechung Softball seit 1996. Mit Golf, das bereits 1900 und 1904 olympisch war, und Rugby (mit sieben Spielern, olympisch 1900, 1908, 1920, 1924) sollen Sportarten ein Comeback feiern, an die der italienische Vorsitzende der Programm-Kommission, Franco Carraro, folgende Bedingungen knüpft: "Sie müssen weltweit verbreitet und TV-wirksam sein."
Kosten sparen
Die Rochade ist im Zusammenhang mit Rogges Absicht zu sehen, die Zahlen an Teilnehmern (10.500), Sportarten (28) und Wettbewerben (300) nicht weiter anwachsen zu lassen, zugleich aber das Programm innerhalb dieses Rahmens zu modernisieren und möglichst noch attraktiver zu machen. Dieses Vorhaben soll sich einfügen in die Notwendigkeit, Olympische Spiele künftig Kosten sparender und besser organisierbar zu gestalten.
Rotationsprinzip
Da die Türe für neue Sportarten offen bleiben soll, wird künftig nach Möglichkeit auf das Rotationsprinzip gesetzt. Als Hommage an den jeweiligen Veranstalter kommt künftig möglicherweise dessen Nationalsport zum Zug. 2008 könnte es durch eine Rochade mit Taekwondo Medaillen in der chinesischen Kampfsportart Wushu geben.
Spiele 2004 nicht betroffen
Unberührt von den Plänen sind die Spiele 2004 in Athen, für die das bisherige Programm unverändert bleibt. Die IOC-Spitze kam am Mittwoch lediglich dem Vorschlag des Internationalen Fecht-Verbandes (FEI) nach, den Team-Wettbewerb Florett Damen zu Gunsten des Säbel-Einzel der Damen zu streichen.
IOC lehnt Naturbahn-Rodeln ab
Weniger Glück als der Internationale Biathlon-Verband hatten andere Wintersport-Organisationen, auch wenn die Massenstart-Bewerbe vorläufig nur für Turin 2006 akzeptiert wurden. So wurde u.a. die Aufnahme des für Österreich aussichtsreichen Naturbahnrodeln in das olympische Programm abgelehnt. Auch die Skiflug-Spezialisten, Ski-Orientierungsläufer und die Freaks von Ski-Bergsteigen hofften vergeblich. Die Entscheidung über die Aufnahme von Snowboard-Cross wurde bis November aufgeschoben.
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