Dienstag, 27. August 2002

Ronaldo: Wollte er eigentlich zu Barcelona?

  • Erstes Spiel im Real-Trikot im CL-Heimspiel gegen RC Gent
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"Ich bin endlich da, wo ich hin wollte. Es ist wie ein Traum." WM-Torschützenkönig Ronaldo war ganz entzückt, als er endlich das weiße Trikot vom spanischen Fußball-Champions League-Gewinner Real Madrid überziehen durfte. Dem 25-Jährigen Starstürmer schien wirklich viel daran zu liegen, an der Seite von Zidane, Raul, Figo und Roberto Carlos zu spielen. Nun kommt allerdings Zweifel an dieser "Liebe zu Madrid" auf.

Wie die spanische Tageszeitung "El Mundo" am Donnerstag berichtete, habe Ronaldo bereits vor den Verhandlungen mit Real Gespräche mit Joan Gaspart, dem Präsident des Erzrivalen FC Barcelona, über einen möglichen Wechsel geführt. Das zumindest behauptet Ronaldos Anwalt Josep Oriola. "Natürlich wollte Ronaldo zurück zu Barca. Das wissen alle, die ihn kennen", zitiert "El Mundo" Ronaldos Anwalt.

Alles soll auch unter Dach und Fach gewesen sein. Doch Barcelonas Trainer Louis van Gaal wollte den Brasilianer angeblich nicht haben, so Oriola. Der niederländische Trainer ist bekannt für seine "Abneigung" gegen so genannte Stars. Mehrmals hatte er in der spanischen Presse verlauten lassen, er könne in seinem Team keine Stars mit Allüren gebrauchen.

Die spanische Presse zweifelt jedenfalls, ob Ronaldo zu Real gewechselt ist, um im besten Verein der Welt zu spielen, oder vielleicht nicht doch andere Gründe dahinter stecken. In Italien zumindest reißen die Gerüchte nicht ab, Ronaldo hätte Mailand verlassen, weil seine Frau Milene Domingues seit geraumer Zeit ein Verhältnis mit Inter-Spieler Clarence Seedorf hatte. Dafür spricht auch, dass dem Brasilianer der Wechsel viel Geld wert war. Ronaldo nahm nicht nur Gehaltseinbußen von rund 2,6 Millionen Euro pro Jahr in Kauf, sondern bezahlte auch fünf Millionen Dollar aus eigener Tasche, um den früheren Verein für ausbleibende Sponsorengelder zu entschädigen.

Auf jeden Fall hat Real-Präsident Florentino Perez den Deal seines Lebens gemacht. Als Ablöse zahlte Spaniens Rekordmeister lediglich 35 Mio. Euro, der Rest kommt im Jänner 2003 in Form eines Real-Spielers oder weiterer 10 Mio. Euro. Und sollte Ronaldo wegen seiner Knieverletzung nicht spielen können, kann Real vom Transfer mit sofortiger Wirkung zurücktreten, und Inter muss den Stürmer zurück nehmen.

27.8.2002 13:29