Dienstag, 27. August 2002

Milosevics hat an Atomwaffenprogramm gebastelt

  • Bis 1998 seien 18 Millionen Dollar investiert worden
  • Jugoslawische Atomexperten angeblich vom Irak angeheuert

Während des Regimes des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist offenbar an einem Atomwaffenprogramm gebastelt worden. Wie die Belgrader Wochenzeitschrift "Reporter" in ihrer jüngsten Ausgabe am Dienstag unter Berufung auf militärnahe Kreise berichtete, seien die Arbeiten für das Atomwaffenprogramm in den neunziger Jahren bereits weit fortgeschritten gewesen.

Bis 1998, als die Arbeiten schließlich eingestellt wurden, seien 18 Millionen Dollar (18,6 Mill. Euro) investiert worden.

Atomforscher angeblich von Irak angeheuert
Mittlerweile hätten einzelne dem Westen nicht freundlich gesinnte Staaten, darunter der Irak, versucht, Kontakt zu den arbeitslosen jugoslawischen Atomexperten aufzunehmen und sie anzuheuern, berichtete "Reporter". Zudem hätte sich das jugoslawische Militär bei seinen Waffenprojekten Raketen mit einer Reichweite von eintausend Kilometern gewidmet, die auch Atomsprengköpfe tragen könnten.

Wie die Zeitschrift weiters berichtete, hätten sich die Belgrader Atomexperten in ihrer Arbeit auf die russische Technologie gestützt, die mit der jugoslawischen Militärtechnologie kompatibel sei. Jugoslawische Behörden hatten am vergangenen Donnerstag mit der Unterstützung der USA 6.000 Brennstäbe aus dem Atominstitut Vinca bei Belgrad nach Russland abtransportiert. Der Atomreaktor in Vinca solle nun abgebaut werden, heißt es.

27.8.2002 13:31