Montag, 26. August 2002

Noch kein Bericht zu Flugzeugunglück am Bodensee

  • Ursachensuche dauert an

Fast zwei Monate nach der Flugzeugkatastrophe am Bodensee mit 71 Todesopfern dauert die Suche nach den Ursachen weiter an. Mit einem Abschlussbericht werde nicht vor Mitte 2003 gerechnet, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) am Montag in Braunschweig bei der Veröffentlichung eines Zwischenberichtes. Noch würden Fakten zusammengetragen, die erst am Ende der Untersuchungen von den BfU- Experten beurteilt würden.

In dem Zwischenbericht wurde nach Auskunft des BfU-Sprechers alles bislang Bekannte zusammengefasst. Im weiteren Verlauf sollen nun die Erkenntnisse weiter vertieft werden. Im Blick der Ursachenforscher sind vor allem die verschiedenen "Arbeitsplätze", die an dem Unglück beteiligt waren, darunter die Cockpits der beiden Unglücksmaschinen und die Flugsicherung.

Am 1. Juli waren eine russische Passagiermaschine vom Typ Tupolew und eine Fracht-Boeing des Kurierdienstes DHL bei Überlingen zusammengestoßen und abgestürzt. 71 Menschen kamen ums Leben. Dem internationalen Untersuchungsgremium gehören neben deutschen Experten auch Delegationen aus Russland, den USA, Bahrain und der Schweiz an. Die Schweizer Flugsicherung skyguide war für die Unglücksmaschinen zuständig; das Frachtflugzeug war in den USA hergestellt worden und in Bahrain registriert.

Am vergangenen Freitag hatten in der Schweiz nach Auskunft des Berliner Bundeswirtschaftsministeriums Verhandlungen über eine Haftung zum Flugzeugzusammenstoß zwischen Deutschland und der Schweiz begonnen. Ein Ende dieser Verhandlungen sei ebenfalls nicht absehbar.

26.8.2002 19:10