General Motors: 720.000 Autos müssen zur Reperatur
- Sensor für Aktivierung des Airbags gestört
- Airbag könnte bei Frontalzusammenstößen versagen

Die General Motors Corporation (GM) hat zwei groß angelegte Rückrufaktionen für insgesamt rund 720.000 Fahrzeuge wegen Airbag-Problemen in zahlreichen Automodellen angekündigt. Autoanalysten erwarten allerdings nicht, dass dies den General- Motors-Absatz treffen oder die Gewinne belasten wird. Die amerikanischen Autofahrer seien an Rückrufaktionen gewöhnt, die Autohersteller hätten ausreichende Garantierückstellungen für Rückrufaktionen, aus denen diese bezahlt würden. Es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Hersteller im Jahr ein Dutzend solcher Aktionen starte.
GM machte keine Angaben über die Kosten der beiden Rückrufaktionen. Die GM-Aktien waren am Montag trotz der Ankündigung um 1,26 Dollar auf 46,76 Dollar gestiegen.
Eine der beiden Rückrufaktionen bezieht sich auf etwa 570. 000 Autos des Modelljahres 2000, die zwischen Februar 1999 und Februar 2000 gebaut wurden. Es handelt sich nach GM-Angaben um Chevrolet-Silverado-Pickups, Tahoe- und Suburban-Geländewagen, GMC-Sierra-Pickups sowie Yukon- und Yukon XL-Geländewagen.
Diese Autos könnten Probleme mit ihren Airbag-Sensoren- und Diagnose-Modulen haben. Dies könne bei bestimmten Frontalunfällen dazu führen, dass die Airbags auf der Fahrer- und Beifahrerseite nicht aufgehen. Die Teile sollen bei den Chevrolet- und GMC-Autohändlern neu kalibriert werden. Die Reparatur ist kostenlos. Die Airbags seien in mindestens neun Unfällen nicht aufgegangen, berichtete die amerikanische Wirtschaftsagentur "Bloomberg".
Die zweite Rückrufaktion betrifft rund 150.000 Fahrzeuge. Es handelt sich um insgesamt 13 verschiedene Buick-, Cadillac-, Chevrolet-, GMC-, Oldmobile- und Pontiac-Modelle der Modelljahre 2002 und 2003. Sie wurden zwischen Mai und Juli 2002 gebaut.
Diese Modelle hätten auf der Fahrerseite ein Airbag-Aufblas-Modul, das während des Einsatzes an einer Naht brechen könne. Es sei möglich, dass bei einem Airbag-Einsatz Teile des Moduls in den Passagierraum gelangen könnten. Der Airbag werde auch nicht voll aufgeblasen.
In rund 8.000 dieser Fahrzeuge solle das beanstandete Teil ersetzt werden. Es habe keine Unfälle, Verletzungen oder Todesfälle gegeben. Bei dieser Rückrufaktion sind zahlreiche Pkw-, Minivan- und Geländewagen-Modelle von Buick, Cadillac, Chevrolet, Oldsmobile, GMC und Pontiac betroffen. Die GM-Lieferanten hätten das Problem bei Routinetests festgestellt und eine Untersuchung durchgeführt. Die Händler werden die beanstandeten Teile kostenlos ersetzen.
Auch die US-Tochter des Hannoveraner Reifenkonzerns Continental, Continental Tire North America, hat am Montag eine kostspielige Rückrufaktion gestartet. Der Rückruf betrifft knapp 600.000 in den USA verkaufte Reifen für verschiedene Ford-Modelle. Bei einigen Reifen hatte sich die Lauffläche gelöst. Nach Angaben des Unternehmens haben sich seit April die Schadensmeldungen und Unfälle in Verbindung mit den Reifen gehäuft.
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