Mittwoch, 21. August 2002

Europas Börsen weiten Gewinne aus

  • DAX mehr als 3 Prozent im Plus
  • Lufthansa mit deutlichem Gewinnplus

Die Leitbörsen in Europa haben am Mittwoch im frühen Handel einheitlich mit deutlichen Gewinnen tendiert. Um 11:25 Uhr MESZ notierte der DAX in Frankfurt mit 3.883,81 Punkten, das entspricht einem Plus von 115,30 Einheiten oder 3,06 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 88,2 Einheiten oder 2,02 Prozent auf 4.457,1 Zähler.

Auch die Märkte in Paris und Zürich bewegten sich im positiven Terrain. Zum oben genannten Zeitpunkt lag der CAC-40 Index bei 3.521,33 Punkten und damit 80,71 Einheiten oder 2,35 Prozent im Plus. Der SPI notierte mit 3.807,27 Zählern oder einem Aufschlag von 64,80 Einheiten oder 1,73 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 64,22 Einheiten oder 2,32 Prozent auf 2.835,62 Punkte.

Trotz schwacher US-Vorgaben zeigten sich die Europäischen Leitbörsen in den ersten Handelsstunden deutlich im Plus. Die Märkte erholen sich sehr schnell von den Verlusten des Vortages, sagten Händler. Bei dünner Nachrichtenlage setzte sich eine positive Grundstimmung unter den Marktteilnehmern durch.

Die Verwalter großer Fonds stecken nach einer Umfrage des "Handelsblatts" wieder mehr Geld in Aktienkäufe. Manager deutscher, europäischer und internationaler Fonds bauten ihre Bargeldbestände ab und nutzten die niedrigen Kurse vieler Wertpapiere für Zukäufe, berichtete die Zeitung.

Die deutsche Lufthansa spürt wieder Aufwind
Im ersten Halbjahr 2002 stieg der operative Konzerngewinn auf 332 Mill. Euro nach 105 Mill. Euro im Jahr zuvor, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten stieg um 4,7 Prozent auf 8,17 Mrd. Euro. Europas zweitgrößte Airline bekräftigte außerdem ihre zuletzt angehobene Jahresprognose. Die Aktien verbesserten sich deutlich um 7,08 Prozent auf 13,01 Euro.

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch hat im ersten Halbjahr 2002 bei einem leichten Umsatzrückgang weniger Gewinn erzielt. Die Anteilscheine des Unternehmens schossen dennoch um 5,45 Prozent auf 116,0 Franken empor. Marktbeobachter sprachen von Erleichterung unter den Anlegern, dass der schwache Dollar sich nicht schlimmer auf das Unternehmensergebnis ausgewirkt hat.

Ciba gewannen 4,63 Prozent auf 113,0 Franken. Der Markt reagierte damit freundlich auf die vorgelegten Geschäftszahlen des Unternehmens. Der Betriebsgewinn von 224 Mill. Franken lag knapp über der Prognose der Analysten von 221 Mill. Franken. Zusätzlich konnte die Nettoverschuldung um 46 Prozent reduziert werden.

Telefonica Moviles profitierten von der Meldung, man habe in Spanien nunmehr 18,1 Millionen Kunden, und verteuerten sich um 1,31 Prozent auf 6,96 Euro.. Für Ibersecurities sind dies "gute und über den eigenen Erwartungen liegende Zahlen". Sie zeigten eine Trendumkehr nach der Verlangsamung des Kundenwachstums.

Axa schossen um 3,85 Prozent auf 15,37 Euro empor nachdem der vorläufige operative Gewinn im 1. Halbjahr 2002 mit 1,02 Mrd. Euro die Erwartungen der Analysten übertroffen hat. Diese hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 925 Mill. Euro gerechnet. Der Nettogewinn reduzierte sich nicht so stark wie befürchtet.

Die Deutsche Telekom (minus 1,43 Prozent auf 11,69 Euro) ist im ersten Halbjahr 2002 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Durch die Eingliederung neuer Gesellschaften wie der US-Tochter VoiceStream kletterte der Fehlbetrag von 349 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,9 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen mit. Im gesamten vergangenen Jahr hatte die Telekom einen Verlust von 3,5 Mrd. Euro gemacht.

21.8.2002 12:12