Wifo erwartet für Österreich Wachstumsdämpfung
- Verschlechterte Rahmenbedingungen durch Flutkatastrophe
- Kein Spielraum für Steuerreform 2003
Düstere Prognosen für Österreichs Wirtschaft: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet für heuer und das kommende Jahr eine Dämpfung des Wachstums im Kontrast zu seiner letzten Prognose von Ende Juni. 2002 wird das reale Wachstums des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) vermutlich nicht über 1 Prozent liegen.
Für 2003 hängen die Wachstumsannahmen von diversen Szenarien ab: Im günstigeren Fall geht das Wifo von 2 Prozent Wirtschaftswachstum oder etwas darüber aus, im ungünstigeren jedoch möglicherweise nur von 1 bis 1,5 Prozent, im Fall einer Rezession könnte das Wachstum noch darunter liegen. Diese Prognose steht in einem Bericht über Budgetpolitik und wirtschaftspolitische Strategie, die das Wifo für die Bundesregierung ausgearbeitet hat.
Als Begründung für die reduzierte Prognose werden die verschlechterten allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genannt, die auch die österreichische Wirtschaft in Mitleidenschaft zeihen. Kurzfristig dämpfe die jüngste Unwetterkatastrophe die Entwicklung der Wertschöpfung und der Einkommen noch zusätzlich. Die Behebung der Schäden lasse vorwiegend für das kommende Jahr sehr bescheidene Nettoimpulse für die Gesamtwirtschaft erwarten.
In seiner Juni-Prognose war das Wifo von einer realen BIP-Steigerung um 1,2 Prozent für 2002 bzw. von 2,8 Prozent für 2003 ausgegangen.
Wegen der ungünstigeren Ausgangssituation der Budgeterstellung für 2003 - das Wifo rechnet mit einem Defizit von rund 1,5 Prozent des BIP - sei jeglicher Spielraum für eine breite Abgabensenkung verschwunden.


