Deutsche Telekom mit 3,9 Mrd.Euro-Rekordverlust
- Vorlage der Halbjahreszahlen
- Einsparungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro angepeilt

Die Deutsche Telekom ist im ersten Halbjahr 2002 weiter in die roten Zahlen gerutscht. Durch die Eingliederung neuer Gesellschaften wie der US-Tochter VoiceStream kletterte der Fehlbetrag von 349 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,9 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Im gesamten vergangenen Jahr hatte die Telekom einen Verlust von 3,5 Mrd. Euro gemacht.
Mit Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe und einem weiteren Stellenabbau will der Interims-Chef der Deutschen Telekom, Helmut Sihler, das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Sihler kündigte an, die Strategie des Vorstands auf den Prüfstand zu stellen. Wichtigstes Ziel sei dabei, die Schulden von 64,2 Mrd. Euro (per Ende Juni) auf 50 Mrd. Euro bis Ende 2003 zu verringern.
Sihler deutete an, der Personalabbau werde wahrscheinlich über die bisher mit den Gewerkschaften vereinbarte Zahl von 22.000 Stellen in drei Jahren hinausgehen.
Die Lage bei der Telekom sei ernst, aber das Unternehmen "ist kein Sanierungsfall", unterstrich der 72-Jährige Manager, der Mitte Juli überraschend die Nachfolge von Ron Sommer angetreten hatte. Bis Ende dieses Jahres will er gemeinsam mit Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkaus einen neuen Vorstandsvorsitzenden präsentieren. Der künftige Vorstandsvorsitzende müsse Gewähr dafür bieten, dass die Telekom auf Kurs bleibe. Die T-Aktie zog bis zum frühen Nachmittag um knapp ein Prozent auf 11,97 Euro an.
Kurzfristige Maßnahmen und Notverkäufe zum Schuldenabbau werde es nicht geben, betonte Sihler. In den vergangenen Wochen wurde in Medien spekuliert, dass sich die Telekom unter anderem von ihrer US-Tochter VoiceStream trennen könnte. Die Gesellschaft mit 8 Millionen Kunden habe sich im ersten Halbjahr gut entwickelt, hieß es dagegen in Bonn. "Wir stellen Überlegungen an und sind in Gesprächen", sagte Sihler mit Blick auf die künftige Strategie von VoiceStream. Details nannte er nicht.
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