AUA-Gruppe fliegt den Prognosen davon
Die börsenotierte Austrian Airlines-Gruppe (AUA) ist entgegen allen Analystenschätzungen bereits im ersten Halbjahr 2002 in die schwarzen Zahlen zurückgeflogen. Der Betriebserfolg EBIT fiel in den ersten sechs Monaten mit plus 29,7 (nach minus 30,5) Mill. Euro deutlich positiv aus. Deutlich verbessert hat sich auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT), das von minus 70,2 Mill. Euro auf plus 4,3 Mill. Euro drehte.
Diese Zahlen nach IAS-Berechnung teilte die AUA-Gruppe am Dienstag vor ihrer Halbjahres-Pressekonferenz (10.30 Uhr) mit.
Das Passagieraufkommen der Gruppe aus AUA, Lauda Air, Tyrolean Airways und Rheintalflug stieg trotz eines um 6,9 Prozent - auf der Linie um 12,1 Prozent - verringerten Angebots um 0,5 Prozent auf 4,086.918 Mill. beförderte Fluggäste. Die Umsatzerlöse sanken leicht um 0,4 Prozent auf 1.030,9 Mill. Euro. Trotz der geringeren Kapazität stiegen die Flugumsätze um 1,4 Prozent auf 960,2 Mill. Euro. Die Umsätze aus Nebenleistungen sanken wegen verringerter Erträge aus Flugzeugvermietungen um 20 Prozent.
Für AUA-Vorstandschef Vagn Soerensen sind diese "ersten positiven Resultate" ein "starker Antrieb für weitere gemeinsame Anstrengungen". Finanzvorstand Thomas Kleibl hat heute das angepeilte Ergebnisziel - operativ im Gesamtjahr 2002 zumindest eine "schwarze Null" - neuerlich bekräftigt. Alle Unternehmensprozesse seien auf ein ausgeglichenes EBIT fokussiert, das man "unter Voraussetzung günstiger Rahmenbedingungen" annähernd erreichen wolle. Dies sei aber stark abhängig von Faktoren wie Treibstoffaufwand und dem allgemeinem Konjunkturverlauf.
Auch das EBITDAR, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Mieten, fiel mit 252,4 Mill. Euro nach 79,7 Mill. Euro deutlich besser aus. Der operative Cash Flow stieg von 17,1 auf 305,6 Mill. Euro, was mit dem verbesserten operativen Geschäft, der aktuellen Dollarkursbewertungen für zum Verkauf stehende Flugzeuge und Veränderungen im Working Capital begründet wurde.
Die Betriebsaufwendungen kletterten gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 1.130,3 Mill. Euro. Der Anstieg wurde mit "höheren Rückstellungen für Verpflichtungen aus noch nicht abgeflogenen Flugdokumenten" erklärt. Bereinigt um diesen Effekt waren die Aufwendungen rückläufig. Insbesondere bei den variablen Kosten sei es durch Produktionsrücknahmen zu deutlichen Kostenreduktionen gekommen. Der gegen den Euro gesunkene Dollarkurs schlug in der Bewertung mit 95,1 Mill. Euro Buche. Die Betriebsleistung der AUA-Gruppe stieg dadurch von 1.078,4 Mill. Euro auf 1.160 Mill. Euro.
Das Kostensenkungsprogramm beim Personal - 8 Prozent Gehaltsverzicht - sei auf Plan. Bis zur Jahresmitte seien 745 der geplanten 968 Mitarbeiterpositionen abgebaut worden. Daraus ergebe sich insgesamt eine zusätzliche Einsparung von 7 Prozent der Personalkosten.
Die Gruppe habe die eingeleiteten Verbesserungen im operativen Bereich fortgesetzt. So wurden Langstreckenkapazitäten zu Gunsten von Kurz- und Mittelstrecken-Produktionen mit höherem Einheitsertrag zurückgefahren.
Die Investitionen fielen mit 199,7 Mill. Euro um 30,2 Prozent geringer aus als im Vergleichszeitraum 2001. Im Zug der geplanten Kapazitätsverringerung wurden eine Challenger CL600 und zwei Dash 8 verkauft, vermietet werden eine Boeing 737, drei Dash 8 sowie zwei Learjet 60. Auf Grund langfristiger Verträge vergrößern seit Jahresbeginn eine Boeing 777, eine Boeing 737, ein Canadair Regional Jet und eine Dash 8 die Flotte. Weitere Flugzeugauslieferungen wurden um ein bis zwei Jahre verschoben. Sechs Fixbestellungen für Airbus A320-Jets wurden in A319 umgewandelt.
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