Österreich unterlag der Schweiz mit 2:3
- Nur Wallner überzeugt bei Österreich mit zwei Toren
Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wollte sich im St. Jakob-Park von Basel Selbstvertrauen für die bevorstehende Aktion EM-Qualifikation tanken, doch der letzte Test vor dem Heimspiel gegen Moldawien am 7. September ging völlig daneben. Positive Ausnahmen: Die jungen Stürmer Wallner & Linz und Manninger im Tor.
Im "Kandidatur-Länderspiel" der beiden gemeinsamen Bewerber für die Europameisterschaft 2008 lieferten die Österreicher eine schwache Partie ab und unterlagen der Schweiz mit 2:3 (1:2). Einzig der Kaltblütigkeit des zweifachen Torschützen Roman Wallner (10., 81.) und der schlechten Chancenauswertung der Eidgenossen verdankte es die ÖFB-Auswahl, dass ihr ein Debakel erspart blieb.
Hans Krankl setzte in seinem vierten Länderspiel als ÖFB-Teamchef die Experimentierphase fort. Krankl ließ erstmals mit einer Vierer-Abwehrkette spielen, verhalf in Abwesenheit von Rekord-Teamspieler Andreas Herzog (außer Form) und Ivica Vastic (in Japan) Austria-Spielmacher Michael Wagner zu seinem Debüt und schickte mit Wallner (20 Jahre) und Roland Linz (21) einen jungen, aber talentierten Sturm aufs Feld.
41 Festnahmen
Im Zusammenhang mit befürchteten Gewalttaten sind vor und während des Länderspiels in Basel 41 Fans vorübergehend fest genommen worden. Die Polizei ging vom "begründeten Verdacht" aus, dass es zu Schlägereien, Sachbeschädigungen und Krawallen kommen könnte.
Die Festgenommenen mussten bis mindestens nach Ende des Spiels im Polizei-Gewahrsam bleiben. Ob auch Österreicher dabei waren, war nicht bekannt.
Kein Schwung im rot-weiß-roten Spiel
Doch die Wachablöse in der Kreativabteilung brachte keinen Schwung ins Spiel der Österreicher und die schon gegen Deutschland offenbarten Defensivschwächen (v.a. Wimmer, Panis und das Mittelfeld) wurden auch von den Schweizern aufgedeckt. Lediglich die beiden Stürmer deuteten ihr Potenzial an, Torhüter Manninger stand seinen Mann. Das Ergebnis war noch das beste am Spiel.
Den Österreichern stand viel Glück zur Seite. Der Schweizer Stürmer-Routinier Stephane Chapuisat vergab nach Wagner-Fehlpass und Cabanas-Flanke völlig frei stehend aus fünf Metern (5.), zwei Minuten später fiel ein Schuss des Angreifers von Young Boys Bern zu schwach aus. Auch in der Folge vergaben die Gastgeber eine Vielzahl von besten Einschussmöglichkeiten.
Wallner in Effizienz top
An Effizienz waren die Krankl-Schützlinge den technisch starken, beweglichen, aggressiven und druckvollen Schweizern dank Wallner überlegen. Schon die erste Aktion brachte die überraschende Führung. Nach Weissenberger-Flanke spitzelte Wallner den Ball zu seinem Sturm-Partner Linz, der gewann das Kopfball-Duell gegen Murat Yakin und Wallner ließ sich die Chance zum 1:0 nicht entgehen (10.).
In der 19. Minute war dann auch Manninger machtlos. Eine Kopfball-Abwehr von Wimmer landete an der Strafraumgrenze direkt vor den Beinen von Hakan Yakin, der den Ball zum Ausgleich unter die Latte knallte. Frei erhöhte noch vor der Pause auf 2:1 (41.), allerdings startete der Stürmer aus Abseits-Position, ehe er Panis aussteigen und Manninger keine Chance ließ.
Kaum gute Aktionen Österreichs
Aktionen der Österreicher bekamen die 23.500 Zuschauer kaum zu sehen, Entlastung gab es für die Defensive nur selten. Zu überlegen waren die Eidgenossen. Die Wechsel von Krankl, der in der Pause Kitzbichler für Wimmer brachte und Cerny nach hinten beorderte sowie später Pürk für Panis aufs Feld schickte, konnten dem Spiel keine Wende geben.
Die Schweizer steckten nicht zurück, zeigten die Grenzen der neu formierten ÖFB-Auswahl auf. Mit einem herrlichen Reflex bei Schüsen von Chapuisat (56.) und Vogl (69.) verhinderte Manninger einen höheren Rückstand, ein Treffer von Frei wurde wegen Abseits aberkannt (56.). Nach Foul von Aufhauser an Frei verwertete Murat Yakin den fälligen Elfmeter sicher zum 3:1 (76.), ehe Wallner aus abseitsverdächtiger Position den Endstand fixierte. Die Vorarbeit zum 2:3 leistete der eingewechselte Volkan Kahraman, der in den wenigen Minuten auf dem Feld mehr gute Aktionen hatte als einige seiner Kollegen.
Es bleibt noch viel Arbeit ...
Für Hans Krankl gab es als Resümee, was er vorher schon wusste: Es bleibt noch viel Arbeit, Österreich geht mit einer noch im Umbau befindlichen Mannschaft in die EM-Qualifikation. Alternativen sind dünn gesät. Stranzl fällt noch lange aus, Vastic (voraussichtlich) und Herzog (vielleicht) könnten in zweieinhalb Wochen gegen Moldawien aber wieder dabei sein.
Schweiz - Österreich 3:2 (2:1)
St.-Jakob-Park Basel, 23.500, SR Roberto Rosetti/ITA.
Torfolge: 0:1 (10.) Wallner; 1:1 (19.) H. Yakin; 2:1 (41.) Frei; 3:1 (76.) M. Yakin (Foulelfmeter); 3:2 (81.) Wallner
Schweiz: Stiel - Haas (82. Meyer), Henchoz (46. Wicky), M. Yakin (91. Keller), Fournier (77. Magnign)- Cabanas, Vogel, H. Yakin (66. Celestini), Müller - Frei, Chapuisat
Österreich: Manninger - Wimmer (46. Kitzbichler), Baur, Martin Hiden, Panis (62. Pürk) - Cerny, Aufhauser, M. Wagner, Weissenberger - Wallner (82. Flögel), Linz (73. Kahraman)
Gelbe Karten: Keine bzw. Wimmer, Cerny
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