Samstag, 24. August 2002

Erleichterung beim GAK, Ernüchterung bei Sturm

  • Freude in Wien, Pasching und Ried; Ratlosigkeit in Salzburg
  • PLUS: Alle Spiele der 7. Runde im Detail!

Die siebente Runde der Fußball-T-Mobile Bundesliga brachte für den GAK mit dem 2:1-Erfolg im Derby gegen Sturm endlich den ersten Saisonsieg und den Sprung weg vom Tabellenende. An der Spitze blieben die Wiener Austria (3:1 gegen Bregenz) und Pasching (2:0 gegen Admira) erneut erfolgreich, Rapid schob sich durch ein 3:0 in Kärnten auf Platz drei vor und Salzburg ist nach der 1:3-Heimniederlage gegen Ried neues Schlusslicht.

"Die Mannschaft hat Moral gezeigt und wieder so gespielt wie in der Vorsaison. Das war Fußball mit Herz. Gott sei Dank geht es aufwärts", freute sich GAK-Präsident Rudi Roth nach dem Derbysieg. Auch Trainer Christian Keglevits strich den "erkennbaren Willen der Mannschaft" hervor. Besonders imponierte dem Coach, dass seine Elf nach dem Ausgleich durch Masudi fast postwendend durch Brunmayr zuschlug. "Diesmal haben wir nach dem 1:1 nicht die Köpfe hängen lassen, sondern nachgesetzt."

GAK tankte Selbstvertrauen
Während der GAK mit etwas Selbstvertrauen nach Moskau reist, verpatzte Sturm die Generalprobe für das Spiel der Spiele gegen Maccabi Haifa. "Wir haben 70 Minuten stark gespielt, der Ausgleich war verdient, aber zwei Minuten später darf man so ein Tor nicht bekommen. Es schimpfen viele über die Offensive, aber wir spielen auch nicht zu Null. Es passt vorne nicht, es passt in der Mitte nicht und es passt hinten nicht", lautete der enttäuschte Kommentar von Roman Mählich. Jerzy Brzeczek musste zur Pause mit einer Muskelverhärtung ausgetauscht werden, Ivica Osim hofft aber, dass der Pole bis Mittwoch wieder fit wird.

Mozartstädter nun Schlusslicht
Die rote Laterne hängt nun in Salzburg, wo der Trainerstuhl von Lars Söndergaard wackelt. Vereins-Präsident Rudi Quehenberger, der mit Roland Kirchler und Stefan Marasek zwei Ex-Tiroler verpflichtet hatte, verließ schon vorzeitig ("Das ist nicht mehr zum Anschauen") das Stadion. Ried-Betreuer Gerhard Schweitzer, der auch schon unter Druck gestanden war, atmete hingegen tief durch: "Endlich wurden unsere guten Leistungen auch belohnt."

Austria drehte Match um
Tabellenführer Austria musste erstmals in dieser Saison einem Rückstand nachlaufen, gegen Bregenz drehten Dheedene, Linz und Michael Wagner ein 0:1 noch in einen 3:1-Erfolg um. "Die Teamspieler sind alle ohne Erfolgserlebnis zurückgekommen, das muss man auch erstmal verkraften", war Walter Schachner von der Reaktion seiner Internationalen begeistert. Die Vorarlberger sind als einzige Mannschaft noch sieglos, aber Rainer Hörgl war mit der Leistung seines Teams wesentlicher zufriedener, als mit der des Schiedsrichters: "Der hat katastrophal gepfiffen."

Pasching siegt weiter
Der Sensationslauf von Aufsteiger Pasching ging mit dem 2:0-Heimsieg gegen die Admira weiter und Georg Zellhofer, der am Sonntag 42 Jahre wurde, freute sich über ein "perfektes Geburtstagsgeschenk". Besonders beeindruckend ist die Defensiv-Abteilung der Oberösterreicher, die in sieben Spielen erst einen Gegentreffer hinnehmen musste. Die Admira hingegen musste bereits 13 Tore einstecken, Trainer Walter Knaller sah dennoch "einen Punkt im Bereich des Möglichen".

Herzog kommt wieder in Form
Bei Rapid kommt Andreas Herzog wieder in Form und Josef Hickersberger bekennt: "Die defensive Rolle für ihn in den ersten Runden war ein Fehler." Mit allen Freiheiten nach vorne glänzte Herzog und brachte den Rekordmeister mit dem Führungstreffer auf die Siegesstraße: "Ich war wie die ganze Mannschaft gut drauf. Das Fußballspielen habe ich nicht verlernt." Für Heinz Hochhauser war der erste Treffer bereits die Entscheidung: "Denn danach mussten wir aufmachen und wurden ausgekontert."

24.8.2002 22:03