Pasching-Coach Zellhofer scherzt: "Ich sollte aufhören"
- "Viel harte Arbeit" führt zum Höhenflug des Aufsteigers
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Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Dieser Devise entsprechend äußerte sich Georg Zellhofer, Coach der Paschinger Wunder-Mannschaft, nach dem Sieg über die Wiener Austria und dem Sturm an die Tabellenspitze. Ganz ernst gemeint dürfte diese Ansage allerdings nicht sein. Fakt ist jedenfalls, dass beim Aufsteiger aus Oberösterreich derzeit alles passt. Eines der Erfolgsgeheimnisse: Ein gelungene Mischung aus jungen und alten Spielern - und natürlich viel harte Arbeit.
Im Vorjahr wunderte sich Fußball-Europa über einen Aufsteiger mit dem Namen Chievo, der in der italienischen Serie A den Großen lange das Fürchten lehrte. Die österreichische T-Mobile Bundesliga kann heuer sogar mit einem sensationellen Tabellenführer nach dem Abschluss des ersten Meisterschaftsviertels aufwarten: Pasching schrieb am Mittwoch mit dem 3:1-Sieg gegen Titelfavorit Austria ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte und sorgte für Euphorie und Begeisterung, aber auch Verwunderung.
Zellhofer: "Wäre Zeit, dass ich aufhöre!"
"Es wäre Zeit, dass ich aufhöre. Wir stehen nach einem Viertel der Meisterschaft vorne: Einfach unglaublich", konnte es Georg Zellhofer zunächst gar nicht fassen. "Sehr viel harte Arbeit" ist für den Trainer der Grund des Höhenflugs. Dazu kommt beim Aufsteiger die passende Mischung aus Routiniers und jungen, hungrigen Talenten. "Edi Glieder gehört zur alten Garde, er war beim FC Tirol so wie Wolfgang Mair nicht erste Wahl, aber er nützt seine Chancen zu Toren. Josef Schicklgruber wurde anderswo aussortiert, Alexander Metlitskij längst abgeschrieben, und der Rest läuft ums Überleben", erklärte Zellhofer.
Kovacevic sekkiert regelmäßig seinen Ex-Klub
"Und Bozo Kovacevic zum Beispiel spielte im vergangenen Jahr noch in der Ersten Division, jetzt hat er gegen Masudi, Bazina und Djalminha Hervorragendes geleistet. Vielleicht wird man auf ihn aufmerksam." Der Ex-Austrianer, der aus dem Nachwuchs der Violetten kommt, kann auch auf eine ausgezeichnete Bilanz gegen seinen Stamm-Klub verweisen: Denn schon im Vorjahr warf er mit Untersiebenbrunn die Austria völlig überraschend aus dem Cup.
Für Schachner keine Überraschung
Für Walter Schachner sind die Paschinger Heldentaten keine Überraschung. "Wer so lange vorne bleibt, der steht nicht zu Unrecht ganz oben. Hut ab, was hier mit einfachem Fußball geleistet wird. Pasching ist keine Überraschungsmannschaft, aber wer die Mannschaft kennt weiß, dass sie 100-prozentig vorne mitspielen wird", sagte der Austria-Coach, der sich einen sarkastischen Seitenhieb auf alle jene nicht verkneifen konnte, die der Austria nach den Millionen-Investitionen einen problemlosen Durchmarsch zum Titel prophezeit haben: "Hoffentlich, dass jetzt für Fans und andere Mannschaften das fad werden wegfällt. Hoffentlich wird es für sie jetzt nicht fad, dass Pasching alle überrollt."
Mittelmäßiges Debüt der Brasilianer
Mit seinen Neuzugängen aus Brasilien war Schachner nur teilweise zufrieden: "Djalminha hat Ansätze gezeigt, aber jetzt muss man schauen, wie es mit der Kraft ausschaut", so der Trainer. Während für den neuen Regisseur sogar das zuletzt erfolgreiche 4-4-2-System auf 3-4-1-2 geändert wurde, kam Julio Cesar erst im Verlauf des Spiels zum Einsatz und machte beim dritten Gegentreffer, der die erste Saisonniederlage endgültig fixierte, nicht die beste Figur.
Spielentscheidende Dummheit von Ratajczyk
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Austria nach der Roten Karte für Krzysztof Ratajczyk allerdings einen Mann weniger auf dem Spielfeld und der wegen einer Tätlichkeit ausgeschlossene Abwehrchef hatte für Schachner wesentlichen "Anteil" an der Niederlage. "Ratajczyk hat uns sicher geschwächt, das war eine Dummheit. Beim Treffer zum 2:1 hat uns genau dieser Mann gefehlt", so Schachner.
Gelungene Mischung aus Jung und Alt
Der Torschütze zum 2:1, Alexander Hörtnagl, der als "Vorbote" des FC Tirol schon vor Glieder und Mair zum "Dorfklub" an der Linzer Peripherie gewechselt war, freute sich ganz besonders über seinen Treffer: "Ich bin sehr froh über das Tor. Nach meiner Verletzung war es harter Weg zurück." Der eingewechselte ehemalige U21-Teamspieler (stand damals gemeinsam mit seinen heutigen Vereinskollegen Volkan Kahraman und Wolfgang Mair im ÖFB-Aufgebot) ist ein weiterer Beweis für die gesunde Mischung aus Abgeschriebenen, Aussortierten (mit George Datoru und Dragan Sarac standen neben Bozo Kovacevic zwei weitere Ex-Austrianer in der Siegerelf, dazu stammt auch Kahraman aus dem violetten Nachwuchs), aber auch Alt und Jung - Erfolg Marke Pasching.
SV Pasching - Austria 3:1 (1:0)
Waldstadion, 6.100 (ausverkauft), Hofmann.
Torfolge:
1:0 (3.) Martin Hiden (Eigentor)
1:1 (51.) Gilewicz
2:1 (78.) Alexander Hörtnagl
3:1 (92.) Glieder
Pasching: Schicklgruber - Metlitskij - Knabel, Wisio - Huspek (46. Mair), Riegler, Kahraman (60. Alexander Hörtnagl), Kovacevic, Sarac - Glieder, Datoru (76. Kuljic)
Austria: Mandl - Martin Hiden, Ratajczyk, Dheedene - Janocko, Flögel (84. Scharner), M. Wagner, Panis - Djalminha - Gilewicz (77. Helstad), Linz (64. Julio Cesar)
Rote Karte: Ratajczyk (61./Tätlichkeit)
Gelbe Karten: Wisio, Knabel, Sarac, Riegler, Schicklgruber bzw. Flögel, Gilewicz, Janocko
Die Besten: Riegler, Kovacevic, Datoru bzw. Janocko, Flögel
Ergebnisse der 9. Runde:
SV PlusCity Pasching - FK Austria Memphis Magna 3:1 (1:0)
SV Wüstenrot Salzburg - Casino SW Bregenz 1:3 (1:1)
FC Kelag Kärnten - SK Puntigamer Sturm Graz 2:2 (0:0)
Liebherr GAK - Admira/Wacker Mödling 2:3 (2:2)
SK Rapid Wien - SV Josko Ried 0:0
