Sturm-Präsident Kartnig bestätigt Trainer Osim
- GAK feierte dritten Derby-Sieg in Folge
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Der SK Sturm Graz wird mit Ivica Osim als Trainer in das so wichtige Qualifikations-Rückspiel für die Champions League am Mittwoch in Graz gegen Maccabi Haifa gehen. Sturm-Präsident Kartnig bestätigte nach herber Kritik an Osim am Sonntagabend nach einer Vorstandssitzung den Coach. Das Grazer Derby ist indes weiter fest in der Hand des GAK. Die Grazer Athletiker entschieden am Samstag das 111. Meisterschafts-Derby gegen Sturm Graz mit 2:1 (1:0) für sich und feierten damit nach dem Erfolg im Cupfinale (3:2) und im Supercup (3:0) den dritten Sieg in Folge gegen den Stadtrivalen.
"Der Trainer ist nicht in Gefahr, sehr wohl aber die Kicker", meinte Kartnig im Hinblick auf das Spiel gegen Maccabi, in dem Sturm einen 0:2-Rückstand wettzumachen hat.
Der Sturm-Boss war nach der dritten Niederlage in Folge von den Leistungen enttäuscht, nun fordert er Erfolg. "Was zuletzt geboten wurde, ist eine Frechheit. Ich will am Mittwoch keinen Schlafwagen-Fußball sehen. Die Mannschaft tut gut daran, am Mittwoch Gas zu geben. Sonst werden einige gehen müssen, da kann die Gewerkschaft machen, was sie will", erklärte Kartnig, der seinen Ärger am Montag beim Training auch der Mannschaft mitteilen wird.
Aber auch Osim ist in der Pflicht. "Er muss mehr Temperament zeigen. Er muss klare Töne sprechen, darf nicht immer alle Spieler in Schutz nehmen. Er muss den Spielern richtig in den Hintern treten. Ich hoffe, dass Osim das am Mittwoch schafft", so Kartnig. Ein Rausschmiss komme für ihn nicht in Frage: "Osim hat für Sturm viel geleistet, so etwas mache ich nicht von heute auf morgen."
"Rote Teufel" geben "Rote Laterne" ab
Rene Aufhauser (36.) und Ronald Brunmayr (79.) sicherte dem GAK jeweils per Kopf den ersten Saisonsieg, womit die "Rotjacken" auch die Rote Laterne abgaben. Sturm durfte sich über den vorübergehenden Ausgleich durch Masudi (77./Elfmeter) nur eine Minute freuen und erhielt vier Tage vor dem Champions League-Rückspiel gegen Maccabi Haifa den nächsten Dämpfer.
Zuschauer streikten
Die beiden Grazer Klubs erhielten von den Fans die Rechnung für die zuletzt bescheidenen Leistungen (GAK sieglos, Sturm-Niederlagen gegen Maccabi und Austria) präsentiert. War das Schwarzenegger-Stadion zuletzt in der Meisterschaft und im Cup ausverkauft, so kamen diesmal nur 7.643 Zuschauer und sorgten damit für den schlechtesten Besuch seit Jahren.
Der GAK machte das Spiel
Der GAK, der als Schlusslicht in die Partie gegangen war, war von Beginn weg bemüht, endlich den ersten Dreipunkter einzufahren. Die Mannschaft von Christian Keglevits machte das Spiel, während der SK Sturm über Konter sein Glück versuchte. Die besseren Chancen hatte der GAK. Ein Tokic-Schuss landete an der Latte (15.), Torhüter Weber parierte einen Aufhauser-Schuss (16.), einen Kollmann-Kopfball wehrte Weber mit den Fingerspitzen ab, ehe Golemac vor Brunmayr klären konnte (27.). In der 36. Minute passte allerdings ein Aufhauser-Kopfball. Nach einem Eckball legte sich der Teamspieler den Ball mit dem Kopf vor und köpfelte zum 1:0 ins lange Eck ein.
Osim musste umstellen
Sturm hatte durch Masudi, der zwei Mal an Almer scheiterte, die besten Szenen. In der Pause stellte Osim, der auf Haas, Amoah und Wetl verzichten musste, weiter um, er verhalf Didier Angan (für Dag) zum Bundesliga-Debüt, Mujiri kam für den angeschlagenen Spielmacher Brzeczek.
Freude währte nur eine Minute
Sturm machte nun Druck gegen einen äußerst defensiven, inaktiven GAK, kam aber praktisch zu keiner Torchance. Aus heiterem Himmel schafften die Schwarz-Weißen aber doch den Ausgleich. Nachdem Strafner von Aufhauser im Strafraum gestoßen wurde, entschied Schiedsrichter Schüttengruber auf Elfmeter, Masudi verwertete sicher (77.). Doch die Sturm-Fans durften sich nur eine Minute freuen, denn der GAK schlug postwendend zurück. Ramusch flankte unbehelligt von Rojas, seine Hereingabe köpfelte Brunmayr zur neuerlichen Führung ein (79.).
Je 37 Siege und 37 Unentschieden
Die Schlussoffensive von Sturm blieb unbelohnt, die Derby-Bilanz ist damit ausgeglichen. Nach 111 Meisterschafts-Duellen halten nun Sturm und GAK jeweils bei 37 Siegen, dazu gab es auch 37 Unentschieden.
GAK - SK Sturm Graz 2:1 (1:0)
Schwarzenegger-Stadion, 7.643, SR Schüttengruber
Tore: 1:0 (36.) Aufhauser, 1:1 (77.) Masudi (Elfmeter), 2:1 (79.) Brunmayr
GAK: Almer - Tokic - Pötscher, Hastings - Ramusch, Aufhauser, Bazina (55. Sick), Ceh, Amerhauser (52. Halmosi) - Brunmayr, Kollmann (52. Naumoski)
Sturm: Weber - Petrovic - Neukirchner, Golemac - Dag (46. Angan), Mählich, Brzeczek (46. Mujiri), Strafner, Rojas - Masudi, Szabics (74. Amoah)
Gelbe Karten: Tokic, Aufhauser, Ceh, Almer bzw. Petrovic, Angan
Die Besten: Almer, Tokic, Ceh bzw. Masudi, Neukirchner, Strafner
