Austria nach 2:0 gegen Sturm Tabellenführer
- Stronach findet's lustig und kündigt weitere Verstärkungen an
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Die Kicker der Wiener Austria haben ihrem Geldgeber am Sonntag viel Freude bereitet. Vor den Augen von Frank Stronach gewann die Austria in Graz den Schlager gegen Sturm Graz hoch verdient mit 2:0 (1:0). Die Violetten übernahmen damit wieder die Tabellenführung der T-Mobile Bundesliga. "Es ist immer lustig, wenn man gewinnt", sagte der Mäzen.
Stronach sah eine klar dominierende Austria, die in der Offensive stets gefährlich und in der Defensive souverän war. Für den Multi-Millionär aber längst nicht gut genug. "Das Fundament ist da. Aber wir müssen uns weiter verstärken, denn das Ziel kann nur sein, in Europa die Nummer eins zu werden. Es werden noch mehrere Spieler kommen, die internationale Klasse haben", erklärte Stronach, der in den vergangenen Tagen vergeblich um die Dienste von Stefan Effenberg hatte buhlen lassen.
Aus Einzelspielern Mannschaft formen
Doch auch ohne den deutschen Mittelfeldstar zeigte sich die Austria reif. Walter Schachner wähnt sich jedenfalls auf dem richtigen Weg, aus einer Vielzahl guter Einzelspieler eine funktionierende Mannschaft zu formen. "Kompliment, es wird Schritt für Schritt besser. Wir sind jetzt schon halbwegs stabil, es zeigen sich weiterhin leichte Fortschritte", sagte der Austria-Trainer, der aber noch genügen Potenzial für Steigerungen sieht. "Wir hatten wie schon gegen Rapid nach 70 Minuten einen Einbruch, daran müssen wir arbeiten", so Schachner.
Glanzleistung von Wagner
Die Freude an den Erfolgen ist nicht nur Stronach anzumerken. Auch Michael Wagner blüht auf. Durch die Einberufung ins Nationalteam wohl zusätzlich motiviert, glänzte der Kapitän gegen Sturm als Torschütze (36.) und Vorbereiter (Gilewicz/91.). "Es ist nicht wichtig, ob man brilliert, wichtig ist, dass man sich als Mannschaft gut präsentiert. Platz eins sagt momentan noch nicht viel, ist aber eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Davon dürfen wir uns nicht abbringen lassen", gab sich Wagner zurückhaltend.
Sturm-Kapitän kritisiert Stürmer
Keine Zurückhaltung wollte sich Günther Neukirchner auferlegen. Der Sturm-Kapitän ging mit seinen Angreifern nach der zweiten Pleite in Folge (nach dem 0:2 gegen Maccabi Haifa) hart ins Gericht. "Es ist sehr eklatant, in der Offensive können wir uns nicht durchsetzen. Die Stürmer müssen nachdenken, sie müssen mehr machen, wenn wir gewinnen wollen. Wir haben phasenweise nicht so schlecht gespielt, aber offensiv haben wir uns schlecht verkauft", sagte Neukirchner und bekam von seinem Trainer recht. "Wir hätten noch 100 Stunden laufen können und hätten kein Tor geschossen. Wir sind gegen eine Gummiwand gerannt, die wir nicht brechen konnten", war auch Ivica Osim wenig angetan von seinen Offensivkräften.
Haas fällt für sechs Monate aus
Mario Haas hat derzeit andere Sorgen und kann Sturm vorerst nicht helfen. Der Teamstürmer war der Pechvogel der Partie, er erlitt in der 52. Minute ohne Fremdeinwirkung einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und fällt nach Ansicht von Klubarzt Peter Panzenböck mindestens sechs Monate aus.
Chance für Edelreservisten
Nun sollen neben Charles Amoah die Edelreservisten Imre Szabics oder David Mujiri ihre Chance nützen. Viel Zeit haben sie nicht. Mit dem Derby gegen den GAK am kommenden Wochenende und dem anschließenden Rückspiel in der Champions League-Qualifikation gegen Maccabi stehen Sturm zwei schwierige Aufgaben bevor.
