Italiener-Festival trotz Rossis Reifenpech in Brünn
- Biaggi, Melandri und Cecchinello triumphierten in Tschechien

Mit einem totalen italienischen Triumph endete am Sonntag der Motorrad-Grand-Prix von Tschechien. Doch nicht Saison-Dominator Valentino Rossi gewann in Brünn das Rennen der MotoGP-Klasse, sondern Max Biaggi. Bei den 125ern setzte sich Lucio Cecchinello durch, in der Viertelliter-Kategorie feierte Marco Melandri seinen siebenten Saisonsieg und baute damit seine Führung in der WM-Wertung weiter aus.
Der zehnte Saisonlauf in der MotoGP-Klasse schien den gleichen Verlauf zu nehmen wie viele andere Rennen zuvor. Valentino Rossi überließ die Führung einmal mehr der Konkurrenz und reihte sich diesmal hinter Biaggi als Zweiter ein. Aus der erwarteten Attacke des Weltmeisters kurz vor Schluss wurde aber nichts. Weil sich Gummistücke vom Hinterreifen seiner Honda gelöst hatten, musste Rossi sieben Runden vor Schluss die Box aufsuchen. Er kehrte zwar noch einmal auf die Strecke zurück, gab aber als 18. zwei Runden vor dem Ende ohne Aussicht auf WM-Punkte auf.
Ein "Nuller" für Rossi
Es war der erste "Nuller" für den Champion nach acht Siegen und einem zweiten Platz in dieser Saison. Der Italiener kann diesen aber locker verkraften, liegt er doch in der WM-Wertung immer noch überlegen mit 80 Zählern Vorsprung in Front. Trotz Rossis Pech war Biaggi ein verdienter Gewinner. Der Römer, der zum 50. Mal in seiner Karriere aus der Pole Position gestartet war, beendete seine seit 13 Monaten und 16 Grand Prix währende Durststrecke. Zuletzt hatte er im Juli 2001 auf dem Sachsenring gewonnen. Brünn wurde damit dem Ruf als Biaggis Lieblingsstrecke gerecht: "Mad Max" triumphierte am Sonntag bereits zum insgesamt siebenten Mal. Von 1994 bis 1997 hatte er vier Mal in Serie bei den 250ern und 1998 sowie 2000 in der Königsklasse gesiegt.
Melandri schreibt WM-Geschichte
Mit seinem sechsten Sieg in Folge schrieb Melandri ein Stück WM-Geschichte. Zuletzt war in der Viertelliterklasse eine solche Erfolgsserie dem US-Amerikaner "Fast Freddie" Spencer 1985 gelungen. Daneben dürfte Melandri auch der Rennverlauf gefreut haben, dank dem er einen weiteren großen Schritt Richtung WM-Titel getan hat. Sein Landsmann Roberto Rolfo schied als Drittplatzierter der WM-Zwischenwertung in der vorletzten Runde an zweiter Stelle liegend nach einem Sturz aus, Fonsi Nieto, Melandris erster Verfolger im Gesamtklassement, musste sich mit Rang vier begnügen, nachdem er von der Piste abgekommen war und den Umweg übers Kiesbett hatte in Kauf nehmen müssen. Damit hat der Spanier vor den letzten sechs Saisonrennen bereits 37 Punkte Rückstand auf Melandri.
"Tausendstelkrimi" bei den 125ern
Bei den 125ern kam in einem "Tausendstelkrimi" Lucio Cecchinello vor dem Spanier Daniel Pedrosa und dem Franzosen Arnaud Vincent zu seinem dritten Saisonsieg. Seine Titelchancen dürfte der Routinier aus Venedig jedoch mit seinen Stürzen in Donington und auf dem Sachsenring verspielt haben. Auf den führenden Titelverteidiger Manuel Poggiali weist Cecchinello als Vierter 55 Punkte Rückstand auf. Dagegen sind die Top Drei des Zwischenklassements weiter zusammengerückt. Poggiali, der nicht über den fünften Rang hinauskam, liegt nur noch zwei bzw. elf Zähler vor Vincent und Pedrosa.
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