Segler-Legende Hubert Raudaschl ein Sechziger
- Sportlich, privat und beruflich ein erfülltes Leben

In jüngster Zeit ist es ruhig geworden um Hubert Raudaschl, der über Jahrzehnte den Segelsport in Österreich repräsentiert hat. Nicht ganz unverständlich, feiert der Segelmacher vom Wolfgangsee doch heute seinen 60. Geburtstag. Dass er im Kampf mit Jüngeren aber noch einiges drauf hat, demonstrierte der zweifache Olympia-Medaillengewinner noch vor zwei Jahren mit dem Gewinn von EM-Silber in der Starbootklasse und auch im Vorjahr lag er bei der Europameisterschaft in Dänemark lange auf Medaillenkurs, ehe er im Finish auf den siebenten Platz zurückfiel.
"Allein die Erkenntnis, nach wie vor um Medaillen mitsegeln zu können, ist einiges wert", stellte damals Hubert Raudaschl mit Genugtuung fest und dass es auch "nach 30, 40 Jahren immer noch Spaß mache". Insgesamt 18 Mal hatte er bei Welt- und Europameisterschaften (in mehreren Bootsklassen) Edelmetall in allen Farben gewonnen.
"Olympia-Weltrekordler"
1996 schrieb der Österreicher Sportgeschichte, als er in Atlanta mit seiner zehnten Teilnahme an Olympischen Spielen zum "Olympia-Weltrekordler" gekürt wurde. Sein 15. Platz mit Vorschoter Andreas Hanakamp vor Savannah mag den Dauerbrenner vielleicht nicht ganz befriedigt haben, war es doch trotz eines Qualifikationsversuchs auch für Sydney sein letzter olympischer Auftritt, 36 Jahre nach dem Debüt 1960 in Rom. Den 20. Platz vier Jahre vorher in Barcelona hatte er als "lausigstes Resultat meiner olympischen Teilnahmen" bezeichnet.
Von 1960 bis 1996
Seine ersten Spiele hatten beim Segelkönig aus Salzburg (die Oberösterreicher reklamieren ihn auch ein bisschen für sich) den größten Eindruck hinterlassen, obwohl der noch nicht einmal 18-Jährige nur als Ersatzmann für Finn und Star mitgenommen worden war. Dann ließ Raudaschl bis 1996 keine Spiele mehr aus, gewann 1968 vor Acapulco im Finn Silber und 1980 vor Tallinn mit Karl Ferstl noch einmal im Star. Vier Mal (in München, Los Angeles, Seoul, Atlanta) durfte der Hubert ("es ist immer ein tolles Gefühl") zur Eröffnungsfeier die rot-weiß-rote Fahne tragen, die er bei der Abschlussfeier 1968 zum ersten Mal geschwungen hatte.
Ein erfülltes Leben
"Der Hubert hat den siebenten Sinn, in schwierigen Situationen das Richtige zu machen", brachte sein einstiger Vorschoter Andreas Hanakamp das Meisterhafte des Jubilars, der über das Segeln wohl alles weiß, auf den Punkt. Kraft schöpft der Jubilar auch aus seiner Familie, Frau Gabriele, Tochter Sabine, die an der BOKU in Wien ihr Studium abgeschlossen hat und Sohn Florian, der einst den gut gehenden Segelmacherbetrieb in St. Wolfgang weiterführen soll. Hubert Raudaschl darf auf ein erfülltes Leben zurückblicken: sportlich, privat und beruflich.
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