Mittwoch, 21. August 2002

Krankl auf der Suche nach dem besten Team

  • In vier Matches schon 33 Spieler eingesetzt

Hans Krankl ließ es bei seinem Dienstantritt als ÖFB-Teamchef allen wissen: "Ich beginne bei Null." Nun ganz so war es - zumindest was das Personelle anbetraf - nicht, gehörten doch seinem (ersten) Aufgebot für das Länderspiel gegen die Slowakei in Graz (2:0) ein knappes Dutzend Akteure an, die auch schon vorher zu Teameinsätzen gekommen waren. Dennoch: Auf der Suche nach einer neuen, zumindest in Zukunft schlagkräftigen, im In- vor allem aber auch im Ausland respektierten Nationalmannschaft (Krankl: "Wunderteam wird es keines geben") hat der Neue auf dem (begehrtesten?) Trainerstuhl schon 33 Mann, also exakt drei Mannschaften, nominiert.

Sechs davon, Ferdinand Feldhofer, Rene Aufhauser, Jürgen Panis, Thomas Höller, Roland Linz und Thomas Hickersberger, durften gegen die Slowakei debütieren, gegen Kamerun in Wien (0:0) kam Paul Scharner dazu, gegen Deutschland in Leverkusen (2:6) stieß Krankl mit Roland Goriupp, Rolf Landerl und Emanuel Pogatetz drei Neue ins eiskalte Wasser. Das macht insgesamt zehn. Im Treffen mit der Schweiz am Mittwoch in Basel, also im letzten Test vor der am 7. September in Wien gegen Moldawien startenden EM-Qualifikation, hatten Michael Wagner, Volkan Kahraman und Roland Kollmann die Chance auf ihren ersten Einsatz.

Der Teamchef zog jedoch nicht nur Neue, sondern auch schon scheinbar "Ausgemusterte" aus dem Talon. Mit Christian Mayrleb, (gegen die Slowakei schon auf Abruf) und gegen Kamerun für den schon des öfteren ausgefallenen Roland Brunmayr nachnominiert und im Match für Roman Wallner eingewechselt, griff er erstmals wieder auf einen "Israel-Verweigerer" zurück. Diesem folgte nach dem Abwehrdebakel in Deutschland nun als Zweiter Martin Hiden.

Von den übrigen sieben (Günther Neukirchner, Walter Kogler, Roland Kirchler, Alfred Hörtnagl, Edi Glieder, Robert Ibertsberger und Didi Kühbauer) kommen wohl die meisten schon aus Altersgründen nicht mehr in Betracht, wobei der Ausspruch von Krankl, "mit denen haben wir auch nichts gewonnen", noch in bester Erinnerung ist. Immerhin hatte er aber auf eine entsprechende Anfrage, ob man sich beispielsweise den Neo-Burgenländer Don Didi Kühbauer näher anschauen werde, mit einem deutlichen Ja geantwortet.

Mit Thomas Flögel (gehörte allerdings zum Baric-Stamm), Roman Mählich und Marcus Pürk (nach mehr als sieben Jahren/ein Einsatz) erstmals wieder dabei, griff der Teamchef auf weitere "Ehemalige" zurück und auch Mario Haas wäre ohne seine gegen die Austria erlittene schwere Verletzung wieder dabei gewesen. Denn das Angebot ist relativ klein und aus dem Vollen schöpfen eine Formulierung aus längst vergangenen Teamzeiten.

Ausschwärmen wollen Hans Krankl und sein Co Slavko Kovacic nicht nur in Österreich um potenzielle Teamanwärter ausfindig zu machen, sondern auch im Ausland, wo doch noch einige wie z.B. Alen Orman (Hibernian Edinburgh) auf "ihre Entdeckung" warten. "Wir werden uns alle anschauen, falls sie bei ihren Klubs zum Einsatz kommen, denn vielleicht finden wir jemand, der uns helfen kann", kündigte der Teamchef an. Schießlich gibt es da ja auch noch verdiente Teamkicker wie Markus Schopp (Brescia) und mit Abstrichen Stefan Lexa (Teneriffa) oder einen Mann wie Jürgen Leitner, der bei seinem griechischen Verein Xanthi zum besten Mann gewählt worden war.

Die 33 bisherigen Kaderspieler von Hans Krankl, von denen sich aber wohl der eine oder andere von der Nationalmannschaft schon wieder verabschiedet haben dürften:
Aufhauser (Debütant), Baur, Dospel, Feldhofer (Debütant), Herzog, Kitzbichler, Panis (Debütant), Wallner, Weissenberger (jeweils drei Einsätze/auch ein- bzw. ausgetauscht), Brunmayr, Cerny, Goriupp (Debütant), Markus Hiden, Höller (Debütant), Landerl (Debütant), Linz (Debütant), Mählich (Comeback), Manninger, Scharner, Vastic je zwei, Hickersberger (Debütant), Lexa, Mayrleb (Comeback), Pogatetz (Debütant), Stranzl, Wimmer (je einen), Payer (0), der für den ursprünglich für Deutschland nominierten Franz Almer, der seine Team"karriere" als beendet erklärte, nachgerückt war und die Neuen Flögel (Comeback), Martin Hiden (Comeback), Kahraman, Kollmann, Pürk (Comeback) und Michael Wagner.

21.8.2002 12:30