Mittwoch, 21. August 2002

Manninger wartet bei Salzburg auf neuen Klub

  • Espanyol & Arsenal-Coach Wenger wollen ihn nicht mehr
  • Unzufriedener Trainer Ramos

Alexander Manninger hält sich beim SV Salzburg fit. Der österreichische Fußball-Teamtorhüter, nach der Posse bei Espanyol Barcelona derzeit ohne Klub, versucht sich mit dem Salzburger Tormanntrainer Herbert Rettensteiner für den Auftakt der EM-Qualifikation am 7. September gegen Moldawien in Schuss zu bringen.

"Auch wenn die Transferzeit mit Ende August endet, ich muss mich sportlich orientieren", sagte Manninger, dessen Manager Feisal Kashmiri auf Vereinssuche ist. Kashmiri und Manningers Stammklub Arsenal London haben mittlerweile angekündigt, gegen den spanischen Erstligisten Espanyol Barcelona gerichtliche Schritte zu unternehmen.

Vertrag aufgelöst
Die "Ehe" zwischen Alexander Manninger und Espanyol Barcelona dauerte nur rund fünf Wochen. Nach einem Treffen zwischen dem Generaldirektor des spanischen Fußball-Oberhausklubs, Josep Lluis Marco, und dem Repräsentanten des Salzburgers, Feisal Kashmiri, kam es zu einer Auflösung des auf zwei Jahre befristeten Vertrages. Nun dürfte aber eine Millionenklage des Österreichers die Folge sein.

Bei Arsenal keine Zukunft
Arsenal-Manager Arsene Wenger sagte in London, dass Alex Manninger bei den Gunners keine Zukunft mehr hätte. "Ich sehe nicht, dass er zu uns zurückkommt. Das ist jetzt Sache unserer Anwälte", so der Franzose. Für ihn hat nun Espanyol ein Problem, denn Manninger unterschrieb für die Spanier einen Vertrag und spielte auch fünf Mal für sie. Englands Meister hatte den Österreicher in der vergangenen Saison an Fiorentina verliehen (die Mannschaft war abgestiegen, der Salzburger hatte aber fast durchwegs gute Zensuren erhalten), Mitte Juli unterschrieb er dann für Espanyol.

Kanoniere suchen zweiten Tormann
Arsenal ist weiterhin auf der Suche nach einem neuen Torhüter, nachdem Richard Wright aus Frust, hinter Teamkeeper David Seaman nur der Zweite zu sein, die Kanoniere verlassen und zu Everton gewechselt war. Im Vormonat hatte man fast schon mit dem Uruguayer Fabian Carini abgeschlossen, aus dem Transfer wurde aber doch nichts.

Zwei Torleute getestet
Diese Woche wurden in Highbury der Argentinier Carlos Roa, mit dem es aber Probleme mit der Arbeitserlaubnis geben könnte und der Deutsche Sven Neuhaus getestet. Nächste Woche soll endgültig eine Entscheidung in der Tormannfrage fallen. Hinter dem 38-jährigen Seaman stehen derzeit nur die Nachwuchsleute Stuart Taylor und Graham Stack zur Verfügung.

Für Krankl nicht erfreulich
ÖFB-Teamchef Hans Krankl wird die Neuigkeiten im Hinblick auf die kommenden EM-Quali-Spiele nicht gerade erfreut zur Kenntnis genommen haben. Die Trennung vom ÖFB-Teamtorhüter erfolgte auf Drängen von Espanyol-Trainer Juande Ramos, den Manninger in der Vorbereitung nicht überzeugt hatte. Als weiteren Grund gaben die Spanier die fehlende Spielerfreigabe des Torhüters durch Arsenal an.

Espanyol glaubt sich im Recht
Sollte es zum Rechtsstreit kommen, will Espanyol folgenden Standpunkt vorbringen: Der Transfer war niemals gültig, da die Transferrechte nicht beim spanischen Fußballverband angekommen sind bzw. gemeldet wurden, das heißt, Manninger niemals angemeldet war. Der Verein hätte auch nichts bezahlen können, da der Vertrag des Österreichers mit Arsenal nicht aufgelöst war.

Transferzeit endet am 31. August
Der Fall könnte jedoch dennoch als Rechtsstreit vor der UEFA landen. Alle Verträge seien angeblich unterzeichnet und Arsenal könnte auf die Bezahlung der Transferrechte für Manninger bestehen, hieß es von der anderen Seite. Der 25-jährige Salzburger versteht die Vertragsauflösung nicht und spricht von der zu kurzen Zeit, um sich in die Mannschaft zu integrieren. Manninger verließ umgehend Barcelona, um in London seine Vertragsprobleme mit Arsenal zu klären. Der Torhüter steht auf der Suche nach einem Klub unter gewaltigem Zeitdruck, endet die Transferzeit doch am 31. August.

Ersatz schon gefunden
Einen Ersatz für Manninger hat Espanyol schon gefunden. Die Katalanen verpflichteten auf ein Jahr leihweise den Spanier Sergio Sanchez, der bei Atletico Madrid nur die Nummer drei war. Währenddessen setzte die kleine Barcelona-Elf eine Woche vor Meisterschaftstart die schlechten Leistungen in der Vorbereitung fort. Gegen den Drittligisten Figueres gab es nur ein glückliches 1:1.

21.8.2002 09:41