Dienstag, 20. August 2002

Viele "Große" bei Freundschaftsspielen schwach

  • Brasilien verliert gegen Paraguay, Slowenien blamiert Italien
  • PLUS: Die komplette EURO-Auslosung

Der freundschaftliche Länderspiel-Mittwoch war kein Tag der großen Favoriten. Allen voran kassierte Weltmeister Brasilien im Abschiedsspiel für Erfolgscoach Luiz Felipe Scolari eine 0:1-Heimniederlage gegen Paraguay. Aber auch WM-Finalist Deutschland bekleckerte sich nicht mit Ruhm und musste sich in Bulgarien stark ersatzgeschwächt mit einem 2:2-Remis zufrieden geben. Italien blamierte sich zu Hause gegen Slowenien 0:1, die Spanier (1:1 in Ungarn) sowie Europameister Frankreich (1:1 in Tunesien) wussten ebenfalls nicht wirklich zu überzeugen.

Dafür holten sich Österreichs Gegner in der EM-Qualifikation Selbstvertrauen. Die Tschechen fertigten Nachbar Slowakei nach 0:1-Rückstand noch 4:1 ab (Tore je zwei Mal Koller und Rosicky) und die Niederländer gewannen ein schwaches Match in Norwegen dank eines Davids-Tores 1:0. Die Weißrussen schossen sich in Lettland mit vier Treffern ein und gewann 4:2. Lediglich Moldawien, am 7. September erster Gegner der Krankl-Elf, musste sich in Estland mit 0:1 geschlagen geben.

Heimpleite des Weltmeisters gegen Paraguay
52 Tage nach dem Finale von Yokohama war bei vielen WM-Stars noch die Luft draußen, die Motivation für Testspiele hielt sich in Grenzen. Dennoch schmerzte vor allem die Brasilianer (mit allen Stars angetreten) die erste Heimpleite seit dem 0:1 gegen Argentinien im April 1998 sowie das Ende der Serie von 15 Partien ohne Niederlage. Für Paraguay war es hingegen der erste Triumph gegen die "Selecao" seit mehr als 50 Jahren. "Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, das war doch ein Festspiel", versuchte Scolari zu relativieren. Und Paraguay-Verteidiger Celso Ayala frotzelte Richtung der Brasilianer: "Die hätten sich einen schwächeren Gegner für die Party holen müssen."

Deutsche quälen sich zu Remis
In der jungen deutschen Mannschaft konnte von den neuen Youngsters lediglich Arne Friedrich überzeugen. Für den Rest der deutschen "Jugendriege" (u.a. Paul Freier, Daniel Bierofka) aber ist das Trikot mit dem Bundesadler scheinbar noch eine Nummer zu groß. Das ebenso glanzlose wie leistungsgerechte 2:2 in Bulgarien lieferte DFB-Teamchef Rudi Völler vor allem die Erkenntnis, dass sein Reservoir nicht unerschöpflich ist und so manches Talent noch einen weiten Weg vor sich hat. Völler: "Ich bin froh, dass ich die Spieler sehen konnte."

Brutales Vorgehen gegen slowenischen Fan
Auch zahlreiche Probleme abseits des Feldes sorgten für Aufsehen. Die vom Österreicher Bernhard Brugger geleitete Partie Italien - Slowenien stand mehrmals vor dem Abbruch. Auch als ein Fan des Gäste-Teams in der 66. Minute auf das Spielfeld lief und im Anschluss brutal von Polizisten zusammen geschlagen. Das Spiel, das Cimirotic (31.) mit seinem Tor entschied, wurde nur mit Mühe zu Ende gebracht.

Acht Verletzte - drei Polizisten und fünf Anhänger - gab es in Sarajevo, und leider wurden auch im Rahmen der Partie Schweiz - Österreich 41 Personen festgenommen.

20.8.2002 14:09