Dienstag, 20. August 2002

Gugl-Lichtblick Pröll peilt für 2003 Zeit um 8:15 an

  • In Linz ließ er sogar Europarekordler Vroemen klar hinter sich

Vor einem Jahr hat er wegen einer Verletzung sein Debüt beim Gugl-Grand-Prix noch verschieben müssen. Am Montag war er in Linz Österreichs Lichtblick an einem Abend mit mäßigen Leistungen und müden Zeiten. Hindernisläufer Martin Pröll verbesserte seine persönliche Bestzeit über die 3.000 m Steeplechase um 3,47 Sekunden auf 8:24,59 und ließ als Zweiter hinter dem souveränen Sieger Wilson Boit Kipketer aus Kenia (8:19,52) den niederländischen Europarekordler Simon Vroemen klar hinter sich. Für 2003 hat sich der Freistädter eine Verbesserung seiner Zeit auf 8:20 bis 8:15 vorgenommen.

"Ich hätte mir vor einem Jahr sicher nicht gedacht, dass ich 2002 auf der Gugl Zweiter werde, den Europarekordler besiege und zudem für die beste österreichische Leistung der Veranstaltung sorge", erklärte der 21-Jährige nicht ohne Stolz. Persönliche Bestzeit zu laufen, sei aber sein Ziel gewesen. "Ich habe die EM gut verdaut, ich habe regeneriert, viel gerastet, viel gegessen." Vor dem Duell mit Vroemen habe er sich nicht gescheut: "Ich kenne ihn, ich weiß, was er kann. Sein Rekord von 8:06,91 Mitte Juli war ein Wahnsinn. Aber ich wusste auch, dass er bei der EM nicht überragend war, dass er vor ein paar Tagen in Zürich gestartet ist und solche Zeiten nicht mehr drauf hat. 200 Meter vor dem Ziel habe ich ihn dann einfach stehen lassen", schilderte der Oberösterreicher seine Vorstellung.

Wie viele andere österreichische Athleten wird auch Martin Pröll von seinem Vater (Manfred Pröll) trainiert. "Wir haben ein super Verhältnis, sind nicht nur Vater und Sohn, sondern wirklich gute Freunde. Er erstellt mir alle Trainingspläne, er liest viel und hat auch einige Erfahrung. Der Papa hat früher mit meinem älteren Bruder Andreas gearbeitet, über lange Strecken. Die Beiden haben viele Fehler gemacht und ich profitiere jetzt davon." Mit seiner aktuellen Bestzeit liegt der EM-Siebente, der seit 15 Jahren trainiert und sich seit fünf Jahren auf die 3.000 m Hindernis konzentriert, im langfristigen Plan genau auf Kurs. "Fürs nächste Jahr habe ich mir eine Verbesserung der Zeit auf 8:20 bis 8:15 vorgenommen."

Pröll, der schon im Vorjahr bei der U 23-EM, als er sich nach einem Sturz am Wassergaben noch als Letzter ins Finale gequält und dort Platz fünf belegt hatte, sein großes Kämpferherz bewiesen hat, sehnt sich auch schon nach dem Duell mit seinem näheren Landsmann und Vorbild Günther Weidlinger. "Konkurrenz ist gesund. Ich habe großen Respekt vor seinen Leistungen. Er muss aber auch bemerkt haben, dass ich ihm immer näher komme. Ich bin überzeugt, dass ich ihn einmal schlagen werde."

20.8.2002 11:15