Sonntag, 25. August 2002

USA kritisieren Russland wegen Luftangriff in Georgien

  • Powell spricht mit Iwanow
  • Neuntes Todesopfer nach Hauseinsturz in Moskau

Die USA haben Russland wegen der Luftangriffe auf Territorium des Nachbarstaats Georgien kritisiert. Diese Verletzung der Souveränität könnte die Spannungen im Kaukasus noch verstärken, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Samstag (Ortszeit). US-Außerminister Colin Powell habe seinem russischen Kollegen Igor Iwanow seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Die Kritik der USA bedeute jedoch keine Verschlechterung in den Beziehungen zu Moskau.

Die russische Luftwaffe flog am Freitag nach Angaben der georgischen Regierung erneut Bombenangriffe gegen das auch von tschetschenischen Flüchtlingen bewohnte Pankisi-Tal in Georgien. Dabei seien drei Menschen getötet und sieben verletzt worden. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigten die Angriffe offiziell, während das russische Militär die Berichte über Luftraumverletzungen dementierte. Moskau wirft im Gegenzug Georgien Untätigkeit im Kampf gegen den Terrorismus vor. Im Grenzgebiet wurden am Samstagabend die Leichen von acht russischen Soldaten gefunden.

Die Zahl der Toten des Explosionsunglücks zu Wochenbeginn in Moskau stieg mittlerweile auf neun. Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete, erlag eine 48-jährige Frau in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Am vergangenen Montag war ein fünfstöckiges Wohnhaus in der russischen Hauptstadt explodiert und teilweise eingestürzt. Als Ursache gilt eine undichte Gasleitung, der Verdacht auf einen terroristischen Hintergrund erhärtete sich nicht.

25.8.2002 08:34