Warnung in Italien vor Verbrechen in Nachtzügen
- Zahlreiche Diebstähle auf der Strecke Wien-Rom
- Alarm nach Angriffen auf Bahnpersonal

Die italienischen Eisenbahner warnen vor einer Zunahme der Zahl von Verbrechen auf den internationalen Nachtzug-Strecken. Vor allem in Zügen, die nachts die Strecke Wien-Rom oder Rom-Bern befahren, seien Diebstähle an der Tagesordnung.
Die Langstreckenzüge seien "das Reich krimineller Banden", die nicht nur die Passagiere bestehlen, sondern auch die Angestellten der Eisenbahnen überfallen oder Waggons beschädigen, klagten die Eisenbahner. Mitglieder solcher Organisationen würden ohne Fahrkarten in den Zug einsteigen, das Personal sei machtlos.
Für mehr Schutz für das Personal wollen die Eisenbahner des Raums Bologna am 7. und 8. September streiken, nachdem einige Kollegen in Nachtzügen überfallen worden sind. Die Gewerkschaften verlangen eine stärkere Präsenz der Bahnpolizei in den Garnituren und stärkere Kontrollen auf den Bahnhöfen. "Das Problem der Sicherheit auf den Nachtzügen ist zu einem Besorgnis erregenden Phänomen geworden", klagte ein Sprecher der Eisenbahner. Am 19. August sei ein Schaffner in einem Nachtzug zwischen Mailand und Neapel angegriffen und verletzt worden.
Die Gewerkschaften betonten, dass ein Teil der bestohlenen Passagiere keine Anzeige bei der Polizei mache, daher sei aus den offiziellen Statistiken nicht erkennbar, wie groß das Problem der Diebstähle und der Gewalttätigkeiten gegen Eisenbahner sei. "Es ist undenkbar, dass drei Schaffner nachts in einem Zug mit 14 Waggons sich selbst überlassen werden. Mehr Kontrollen sind absolut notwendig, will man die Sicherheit der Passagiere und des Personals garantieren", so die Gewerkschaften.
Die staatliche Eisenbahngesellschaft Trenitalia warnte vor übermäßiger Alarmstimmung. Im vergangenen Jahr seien 77 Angriffe auf das Personal der Eisenbahnen gemeldet worden. Diese Zahl sei im ersten Quartal 2002 auf 17 gesunken, was einem 30-prozentigen Rückgang entspreche. Laut Trenitalia sei die Zahl der Angriffe auf Bahnangestellte geringer als in anderen europäischen Ländern.
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