Rätselraten über angebliches Klonbaby
- Serbien verbot Klonen
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Klon-Bericht klingt "glaubwürdig"
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Sollen Menschen geklont werden?
Knapp eine Woche nach der Geburt des angeblich ersten Klonbabys der Welt hält das Rätselraten über die Entstehung und den Verbleib der kleinen "Eve" an. Nach Auskunft von Brigitte Boisselier, der Direktor des Unternehmens Clonaid, sollte das neugeborene Mädchen am Montag mit ihren amerikanischen Eltern in den USA eintreffen und am Dienstag einem genetischen Test unterzogen werden. Doch weder die Ankunft noch der Test durch unabhängige Experten wurden bisher von Clonaid bestätigt.
Boisselier, eine Chemikerin und "Bischöfin" der Raelianer-Sekte, wollte die Namen der von einem Journalisten ausgewählten Experten vorerst nicht preisgeben. Auch zur Identität der 31 Jahre alten Mutter von "Eve", ihrem Wohnort oder dem Land, in dem sie das Kind zur Welt gebracht hatte, bewahrte Boisselier Stillschweigen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag äußerte sie die Erwartung, dass das Testergebnis und damit der Nachweis für das geklonte Erbgut des kleinen Mädchens innerhalb von acht bis neun Tagen vorliegen werde.
Dann wolle sie auch die unabhängigen Experten namentlich bekannt geben, sagte die Clonaid-Chefin. Davor jedoch befürchte sie, dass Journalisten den Medizinern zum Wohnort der Eltern folgen und ihnen sowie der kleinen "Eve" das Leben zur Hölle machen könnten.
Derweil zweifelten Kritiker nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Zeitplan von Boisselier an. Fachleute warfen Clonaid unter anderem vor, "keinerlei Erfahrung im Klonen" dokumentieren zu können. Boisselier weigert sich, ihre Aufzeichnungen von den Studien zu veröffentlichen, die zum Klonen von "Eve" aus einer Zelle ihrer Mutter führten. Doch sie bot an, einen unabhängigen Forscher beim Klonen und Implantieren der nächsten 20 Embryos zuschauen zu lassen.
Bezweifelt wird von Kritikern auch, dass das angeblich geklonte Baby schon vier Tage nach ihrer Geburt in einem nicht bekannten Land in die USA zurückkehren konnte. Babys sollten nach einer Kaiserschnittgeburt wenigstens vier Wochen nicht fliegen, sagte der Fruchtbarkeitsspezialist Panos Zavos dem Sender CNN.
Das serbische Gesundheitsministerium hat das Klonen von Menschen unterdessen verboten. Einen entsprechenden Erlass hat das Ministerium an alle Kliniken des Landes verteilt, sagte Gesundheitsminister Tomica Milosavljevic der Nachrichtenagentur Tanjug am Dienstag. Der umstrittene italienische Frauenarzt Severino Antinori hatte Mitte Dezember in Belgrad im Fernsehen die erste Geburt eines Klonbabys in Serbien für Jänner angekündigt, ohne Einzelheiten zu nennen.
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