Türkischer Premier Ecevit verliert weitere Abgeordnete
- Fraktionsaustritte bei Regierungsparteien DSP und ANAP
- Dervis trat CHP bei

Zehn Wochen vor der vorgezogenen Parlamentswahl in der Türkei verlassen immer mehr Politiker die Partei von Ministerpräsident Bülent Ecevit. Sechs weitere Parlamentsabgeordnete von Ecevits Demokratischer Linkspartei (DSP) erklärten am Donnerstag in Ankara ihren Austritt aus der Fraktion und der Partei.
Damit sank die Zahl der verbliebenen DSP-Abgeordneten im Parlament auf 59. Vor Beginn der Austrittswelle im Juli hatte die Zahl noch 128 betragen. Auch bei Ecevits Koalitionspartnerin, der rechtsliberalen Mutterlandpartei (ANAP) von Vizepremier Mesut Yilmaz, häufen sich die Austritte. Die ANAP hat bisher fünf Abgeordnete verloren und damit noch 74 Sitze im Parlament.
Die sechs DSP-Parlamentarier wollten bei der Bekanntgabe ihres Austrittes nicht sagen, welcher Partei sie sich nun anschließen werden. Türkische Medien spekulierten über einen Beitritt der Politiker zur Republikanischen Volkspartei (CHP) von Deniz Baykal, die sich zur stärksten Kraft der linken Mitte in der Türkei entwickelt. Die traditionsreiche CHP, die einstige Partei des Republikgründers Kemal Atatürk, hatte am Mittwoch Ex-Wirtschaftsminister Kemal Dervis als prominentes Zugpferd gewinnen können und ist in den Umfragen im Aufwind.
Ecevits Dreier-Koalition aus DSP, ANAP und Nationalisten (MHP) verfügt nach den neuen Austritten nur noch über 258 Abgeordnete im Parlament; für eine Mehrheit wären 276 Sitze erforderlich. Die Opposition zeigt wegen der ohnehin für den 3. November beschlossenen Neuwahl jedoch wenig Neigung, die Regierung per Misstrauensvotum zu stürzen.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
