Umweltgefahr nach Tankerunglück auf Donau gebannt
- Nach Unfall in Schleuse pumpt Feuerwehr Schiff leer
- OMV: Nur Benzinkomponenten, kein Versorgungsproblem

Ein mit 1,7 Millionen Litern hochexplosiven Benzinkomponenten vollbeladenes Tankschiff ist am Mittwoch in der Straubinger Donauschleuse verunglückt. Unter Lebensgefahr bemühten sich den ganzen Tag über Feuerwehrkräfte, das auslaufende Treibstoffgemisch aus dem schwer beschädigten Schiff zu pumpen, um eine drohende Explosion zu verhindern.
Der Tanker war nach Österreich unterwegs gewesen. Die OMV in Wien erklärte der APA, dass es wegen des Ausfalls bzw. der Verzögerung der Lieferung keine Versorgungsengpässe geben werde, weil es sich bei der Ladung nur um Benzinkomponenten handelt. Das Heck des einer Duisburger Reederei gehörenden Schiffs "Eiltank 3" war beim Absenken am Betonsockel des Schleusentors zerborsten, nachdem es nicht vorschriftsmäßig in die Schleuse eingefahren war. Die Polizei ging als Unglücksursache von Fahrlässigkeit des 53-Jährigen Kapitäns aus.
Am Unfallort bemühten sich weit über 100 Helfer fieberhaft, eine Katastrophe abzuwenden. Die Arbeiten mussten gegen 13.15 Uhr vorübergehend eingestellt werden, als ein Gewitter wegen möglichen Blitzschlags die Explosionsgefahr verschärfte. Die Feuerwehr sprühte unablässig aus zwei großen Strahlrohren speziellen Löschschaum in das Schleusenbecken. Bis zum Nachmittag drohte der mit dem Alkylat vollbeladene Tanker zunächst auseinander zu brechen, bis es den Einsatzkräften gelang, das havarierte Schiff zu stabilisieren.
Etwa 30.000 bis 50.000 Liter seien in das Schleusenbecken gelaufen und könnten abgepumpt werden, ohne in die Donau zu gelangen, sagte Polizeisprecher Klaus Pickel. "Die Schleusentore halten relativ dicht, so dass nur wenig von dem leicht verdampfenden Benzin in den Fluss gelangen könnte", sagte Pickel. Auch der zuständige Einsatzleiter des Schifffahrtamts Regensburg, Dietrich Simon, betonte, dass bei einer erfolgreichen Bergung des Schiffes keinerlei Umweltgefahr für die Donau drohe, die zurzeit ohnehin viel Wasser führe. Den Ermittlungen zufolge handelte es sich um einen klassischen Schleusunfall. Die 95 Meter lange "Eiltank 3" war auf dem Weg von Amsterdam nach Wien um 05.40 Uhr zusammen mit einem weiteren Schleppverband in die Schleuse eingefahren.
Der Kapitän aus Duisburg hatte ersten Ermittlungen zufolge beim Abschleusen die Begrenzungsmarkierungen innerhalb der Schleuse missachtetet, weshalb das Heck des Tankers beim Absenken des Wasserstandes auf dem so genannten Beton-Drempel aufsaß, dem Fundament des Schleusentors. Das vollbeladene Schiff knickte im Heckbereich vollständig nach oben ein. Die drei Mann Besatzung des Tankschiffes konnten sich unverletzt von Bord retten. "Möglicherweise war das Schiff auch nicht richtig vertaut", sagte Schifffahrtsamtsprecher Simon, "auf jeden Fall wurden die Regeln nicht eingehalten".
Die Schifffahrt auf der Donau Richtung Österreich kam im Großraum Bayern nach Angaben der Behörden seit dem frühen Morgen erneut vollständig zum Erliegen, nachdem in der vergangenen Woche bereits das Hochwasser viele Schiffe zum Anlegen gezwungen hatte. Die Bergung sollte laut Einsatzleitung voraussichtlich bis Mitternacht abgeschlossen sein.
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