Dienstag, 20. August 2002

Austritt von giftiger Chemikalie aus Zug in NED

  • Teile der Stadt Amersfoort evakuiert
  • Zug mit Acrylnitril war auf dem Weg nach Hamburg

Nach dem Austritt einer giftigen Chemikalie aus einem Güterzug sind am Dienstag Teile der niederländischen Stadt Amersfoort evakuiert worden. Der Zug, der auf dem Weg nach Hamburg war, hatte eine Lieferung der gefährlichen Flüssigsubstanz Acrylnitril geladen. Fünf Polizisten und zwei Bahnmitarbeiter mussten ambulant behandelt werden.

Der Zug hatte am Morgen den Bahnhof von Rotterdam verlassen, das Leck wurde bei einer Routinekontrolle entdeckt. Feuerwehrsprecher Boy Jansen sagte vor Journalisten, wegen eines Produktionsfehlers fehle in der Chemikalie ein wichtiger Stabilisator. Experten hätten das Leck geschlossen, befürchteten aber, dass der steigende Druck es wieder aufbrechen lassen könnte. Die US-Herstellerfirma wies den Vorwurf zurück. Die Dokumentation der Produktion zeige, dass mehr als genug Stabilisator beigefügt worden sei, erklärte ein Sprecher der Firma Cytec. Ohne den Stabilisator hätte sich der Tank längst erhitzt und wäre möglicherweise sogar explodiert.

Die Bahn war auf dem Weg von Rotterdam zum Hamburger Transportunternehmen Transpetrol. Polizei und Feuerwehr riegelten die Umgebung des Bahnhofs ab und wiesen die Anwohner an, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Umliegende Büros in der Innenstadt sowie das Rathaus wurden evakuiert. Der amtierende Bürgermeister Henk Brink erklärte jedoch, Luftmessung hätten keine Gefahr für die Bevölkerung ergeben. Sämtliche Zugverbindungen nach Amersfoort fielen aus.

Acrylnitril kann beim Einatmen vor allem bei Kindern schwere Krämpfe, Übelkeit und Atembeschwerden auslösen. Es wird bei der Herstellung von Chemiefasern und Plastik für Gehäuse elektronischer Geräte eingesetzt.

20.8.2002 21:01