Freitag, 23. August 2002

Streit um Aufklärungsbroschüre des Sozialministers

  • Haupt will "Love, Sex und so" nicht aus dem Verkehr ziehen
  • Laun: "Broschüre ergreift Partei für krasse Unmoral"

Der streitbare St. Pöltener Diözesanbischof Kurt Krenn hat umstrittene Sexualkunde-Broschüre "Love, Sex und so" des Sozialministeriums heftig kritisiert. "Das ist eine ganz böse, dumme Sache", sagte Krenn in einem Interview. Allerdings könne er sich nicht denken, dass Sozialminister Haupt "damit etwas zu tun hat". Vielmehr stamme die Broschüre "von irgendwelchen übriggebliebenen klassenkämpferischen Menschen". In katholischen Schulen, "wo wir das Sagen haben, darf man diese Broschüre nicht an die Schüler ausgeben", so Krenn, der auch seine Kritik am Islam bekräftigte.

"Ich habe das ausgesprochen, was eigentlich der Koran selber sagt. Das ist eine aggressive Religion", wird Krenn zitiert. "Wenn ich tausendmal von den Feinden Gottes und Allahs höre, das ist aggressiv. Es war aber höchste Zeit, dass zu dieser Angelegenheit einmal jemand etwas sagt."

Krenn bekräftigt Kritik am Islam
Mitte August hatte Krenn in einem Zeitungsinterview den Islam als "aggressive Religion" bezeichnet und auch von einer "dritten Türkenbelagerung" gesprochen: "Es hat gar keinen Sinn, wenn man einem Moslem da schöne Worte sagt. Ich glaube, wir müssen uns ganz hart auseinandersetzen mit ihm."

Auf die Frage nach einer Abschaffung oder Änderung der Kirchensteuer räumte Krenn ein, dass es "sicher bessere Möglichkeiten" gäbe. Unter den bestehenden Umständen sei das jetzige System aber das beste, verteidigte der Bischof die Verknüpfung zwischen der Kirchenbeitragszahlung und dem Sakrament der Taufe: "Der Kirchenbeitrag ist ein Mitgliedsbeitrag. Wir tun es nicht mit großer Begeisterung. Wir wissen aber, dass wir dieses Geld brauchen", so Krenn.

23.8.2002 12:21