GÖD-Vertreter beharren auf Gehaltserhöhung
- Flut ist kein Grund - wenn nicht alle verzichten
- "Aus heutiger Sicht treibt es auf einen Streik zu"

Trotz der Hochwasser-Katastrophe und der auf 2004 verschobenen Steuerreform beharren Spitzenvertreter der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) auf ihrer Forderung nach einer "normalen" Gehaltserhöhung. "Aus heutiger Sicht treibt es auf einen Streik zu", erklärte der Vorsitzende der Pflichtschullehrer in der GÖD, Walter Riegler (Bild).
Der Chef der mit rund 45.000 Mitgliedern stärksten GÖD-Sektion rechnet, dass die Regierung die Gespräche mit dem Hinweis "Es gibt kein Geld" beginnen wird. "Dann muss sehr schnell ein Streik her", sagte der Christgewerkschafter.
Flut ist kein Grund
"Das Hochwasser hat mit den Gehaltsverhandlungen im Öffentlichen Dienst und den zahlreichen Kollektivvertragsverhandlungen in anderen Bereichen nicht unmittelbar zu tun", sagte GÖD-Sprecher Hermann Feiner.
Feiner verwies in diesem Zusammenhang auf den Beschluss des Zentralvorstandes vom 27. Mai, mit dem das GÖD-Präsidium ermächtigt wurde, zum gegebenen Zeitpunkt "gewerkschaftliche Maßnahmen" zu setzen. Die Aussage des Vorsitzenden der Pflichtschullehrer in der GÖD, Walter Riegler, wonach es aus heutiger Sicht auf einen Streik zutreibe, sei "klar die Stimmungslage im Öffentlichen Dienst". "Es gärt im gesamten Öffentlichen Dienst."
"Nicht unangebracht"
Die Forderungen der GÖD bezeichnete Feiner als "nicht unangebracht und sachlich wohl begründet". Für 2002 verlange die GÖD keinen Reallohnzuwachs sondern nur die nachträgliche Abgeltung der Inflation und für 2003 eine "ganz normale Gehaltsrunde" mit einer Inflationsabgeltung und einem Anteil am Wirtschaftswachstum. Primäres Ziel der GÖD sei es, darüber sachliche Verhandlungen zu führen, stellte Feiner klar.
"Moderate Gehaltsabschlüsse"
Der GÖD-Sprecher betonte, dass die Beamten in den vergangenen Jahren "sehr moderate Gehaltsabschlüsse" akzeptiert und maßgeblich dazu beigetragen hätten, dass der Staat nahe an das Nulldefizit gekommen sei. Im Übrigen trage auch die GÖD viel zur Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe bei. So habe man ein eigenes Spendenkonto für die Mitglieder eingerichtet und viele öffentlich Bedienstete seien auch in die Aufräumungsarbeiten eingebunden.
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