Winterthur rechnet bis Ende 2002 weiter mit Verlusten
- CSFS-Chef Grübel: Jüngste Börseturbulenzen als Erschwernis
- Ab 2003 wieder profitabel

Der im Juli zum Chef der Credit Suisse Financial Services berufene Oswald J. Grübel rechnet bis Ende Jahr mit weiteren Verlusten im Versicherungsgeschäft. Dies insbesonders wegen den Turbulenzen auf den Finanzmärkten im Juli.
"Wir müssen mit einem Verlust rechnen, es sei denn, es käme zu einer steilen Kurssteigerung, wovon ich nicht ausgehe", sagte Grübel in einem Interview mit der Zeitung "Finanz und Wirtschaft". Für 2003 werde alles daran gesetzt, die Winterthur wieder profitabel zu machen.
CSG will an Winterthur festhalten
Wie Grübel bereits letzte Woche zum Halbjahresresultat der Credit Suisse Group (CSG) gesagt hatte, will die CSG laut Grübel an der Winterthur festhalten und somit die Allfinanz-Strategie weiter verfolgen. Die Strategie werde aber laufend den Märkten angepasst. Eine Bank wie die CSG könne einer Winterthur sehr viel Know-how und Finanzexpertise geben. So zum Beispiel in der Entwicklung von Produkten, in der Asset Allocation sowie im Asset Management, so Grübel weiter. Einige Versicherungsprodukte wie zum Beispiel Lebensversicherungen könnten sehr gut über die Banken verkauft werden. Hingegen funktioniere die Vorstellung nicht, dass man sämtliche Versicherungsprodukte wie beispielsweise Autoversicherungen über den Bankschalter verkaufen müsse.
Rückgang auf Unsicherheit der Anleger zurückzuführen
In Bezug auf die Organisation des Allfinanzkonzerns CSG hält Grübel daran fest, dass gewisse Funktionen sinnvoller Weise zentral, innerhalb von CS Financial Services ausgeübt werden und nicht föderalistisch doppelspurig aufgezogen werden sollten. Zu den sinkenden Nettomargen im Privatkundengeschäft hielt Grübel fest, dass er nicht glaube und nicht hoffe, dass es sich um einen Trend handle. Der temporäre Rückgang im zweiten Quartal habe sehr viel mit dem Umfeld an den Börsenmärkten und der allgemeinen Verunsicherung der Anleger zu tun. Um hohe Nettomargen zu erzielen bemühe sich die Großbank, den Kunden einen Service und Produkte zu offerieren, die diese wirklich haben wollen und die besser sind als diejenigen der Konkurrenz.

