Rewe Austria will mehr Geschäftsflächen
- Außerdem: Längere Öffnungszeiten gefordert
- 7- 20 Uhr "muss möglich sein"

Veit Schalle, Generaldirektor von Rewe Austria, forderte am Samstag in einem Radio-Interview, für Supermärkte größere Geschäftsflächen zuzulassen. 600 Quadratmeter seien nicht ausreichend, benötigt würden mindestens 800, plus 200 Quadratmeter Lager und Parkplätze. Ebenfalls ein Dorn im Auge sind Schalle die derzeitige Öffnungszeiten-Regelung.
Schalle pocht auf die Möglichkeit, in der Woche 72 Stunden geöffnet haben zu können. Und: Er würde gerne bei den Kollektivvertragsverhandlungen mitmischen.
7-20 Uhr "muss möglich sein"
Österreich sei ein westliches europäisches Land, da müsse es möglich sein, zwischen 7 und 20 Uhr einkaufen zu gehen. Alle Parteien seien für eine Neuregelung etwa dahingehend, die derzeit 66 auf 72-Wochenstunden aufzustocken.
Es sei allein Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), der dagegen sei, weil er seine Klientel schützen wolle, sagt Schalle.
Kritik an der Gewerkschaft
In Sachen Kollektivverträge übt Schalle vor allem Kritik an der Gewerkschaft. "Wir sind bei der Gewerkschaft nicht willkommen". Dabei gehe es aus seiner Sicht um "sinnlose Bestimmungen", die auch den Mitarbeitern nichts brächten. Ein konkretes Beispiel wurde allerdings nicht genannt. Im Gegenzug müsste man die Einstiegsgehälter anheben, sonst werde man keine Leute mehr finden.
Als Konzept gegen Diskonter fahre man derzeit den Ausbau der Eigenmarken wie etwa Clever und Quality Line. Die Leute würden für ein Produkt nicht mehr mehr zahlen wollen. Es werde zwar immer Topmarken geben, diese müssten dann aber auch einen Vorteil bieten.
Rewe fühlt sich ungerecht behandelt
Kritik übt Schalle zudem am Umgang der Politik mit dem Konkurrenten Spar. Im Westen bekomme Rewe fast keine Genehmigung für einen Verbrauchermarkt - Spar schon, weil man dort die bessere Lobby habe. Wenn Spar sich wo ansiedle, heiße es, die Nahversorgung werde geschützt, wenn Billa mit 400 Quadratmetern komme, sei von Zerstörung die Rede. Rewe will sich in Brüssel beschweren.

